[113] Tag 10 – ab in die Sonne

Freitag, 8. Mai 2026

Nach dem späten zu-Bett-Gehen fiel mir das Aufstehen zum Vereinbarten Heissgetränk-Meeting um 8 Uhr recht schwer – aber ich habe es mit wenigen Minuten Verspätung dennoch hinbekommen. Die Umgebung und auch die Camping-Wiese sind über Nacht weiss geworden. Nicht dick überzogen, aber merklich mehr als gestern Abend.

Deutlich weisser als gestern Abend noch …

Wir haben die Stromkabel eingesammelt und uns abfahrbereit gemacht. Ziel: der Hengifossá. Wie wir am Vorabend feststellen mussten nicht zu verwechseln mit dem Hengifoss, dem nach seiner Fallhöhe vierthöchsten Wasserfall Islands. Aber auch wir müssen ja langsam in das Thema einsteigen, daher starten wir mit dem viel kleineren Hengifossá.

Parken in der Nähe des Hengifossá

Also ging es los und nach etwa 10 km Fahrt ging es links ab, noch etwa 3 km bis in eine etwas abgelegene Ferienhausansiedlung. Mangels ausgewiesenem Parkplatz haben wir uns an einem etwas breiteren Wegstück seitlich auf die Wiese gestellt und sind losgelaufen. Der Trampelpfad beginnt an einer kleinen Bachbrücke, die nur für Besucher des kleinen Wasserfalls dort errichtet wurde. Schade, dass man dabei die Parkplätze vergessen hat.

Ein weiterer „Toblerone®-Berg“ in der Umgebung des Hengifossá

Los ging es den Pfad entlang, bis wir nach etwa 15 Minuten Gehzeit den Wasserfall erreichten. Kleiner Wasserfall, kleiner Spaziergang. Bin ja mal gespannt, was uns am großen Bruder Hengifoss erwartet 🙂

Der Henifossá

Auch wenn dieser Wasserfall nicht riesig ist, ist gerade diese weniger laute, ruhige Stimmung abseits der Touristenströme etwas ganz Besonderes. Ohne dauernd über andere Menschen zu stolpern kann man sich hier alles ganz in Ruhe anschauen – die teils verschneite Landschaft rundum und den einsamen Wasserfall dazwischen – klasse!

Die Schlucht unterhalb des Wasserfalls

Nach dem Rückweg zu den Vans haben wir uns dann auf den Weg zum heutigen Ziel gemacht, das bedeutete zunächst auf der 92 durch die Norðfjarðargöng, einen knapp 8 km langen Straßentunnel zurückzufahren, denn in Neskaupstaður ist das Ende der Straße. Also alles wieder zurück, vorbei am Campingplatz in Reyðarfjörður, auf dem wir vorgestern übernachtet haben und ab dort weiter auf der Straße Nr. 1, der berühmten Ringstraße, die einmal um die ganze Insel führt. Auch südlich von Reyðarfjörður taucht die Straße in einen knapp 6 km langen Tunnel, die Fáskrúðsfjarðargöng.

Einfahrt in die Norðfjarðargöng – 8 km und Radfahrer erlaubt. Brutal schlechte, diesige Luft auf der gesamten Strecke.

Kurz hinter deren südlichem Ende schließt sich der Ort Fáskrúðsfjörður an, in dessen Yachthafen wir einen Parkplatz für unser Frühstück sowie Entsorgungsmöglichkeiten fanden.

Frühstückspause in Fáskrúðsfjörður

Der Ort schien aber weiter nicht interessant zu sein, so dass wir auf eine Besichtigung verzichteten und weiter in Richtung des heutigen Etappenzieles fuhren. Schon hinter dem letzten Tunnel fiel auf, dass die Schneegrenze im Vergleich zu dem Fjord bei Neskaupstaður deutlich nach oben gerutscht ist: es ist deutlich grüner.Dafür weht eine steife Brise aus Westen, die unsere Sprinter ganz ordentlich durchschüttelt.

Landschaft und Wetter ändern sich

Kurz vor Breiðdalsvik musste ich auf der Küstenstraße an einem Parkplatz anhalten, um die beeindruckende Kulisse in Ruhe zu betrachten und zu fotografieren.

Diese Felsformationen! Diese Küste!

Die letzten Kilometer bis zum Campingplatz in Beruneshaben wir dann schnell hinter uns gebracht. Dort angekommen haben wir die Sprinter kuschelig nebeneinander gestellt. Ich habe per Giesskanne 20 Liter Frischwasser gebunkert und das Grauwasser abgelassen.

Dann sind wir den kurzen Weg bis zum Meer gelaufen und sind dort ein wenig auf dem kurzen schwarzen Sandstrand gelaufen. Aufgrund des heftigen Windes machte das aber nicht wirklich Spaß – selbst das Atmen fiel teilweise etwas schwer aufgrund der hohen Windgeschwindigkeit und der frischen Temperatur.

schwarzer Strand

Ich habe mich dann ins gut beheizte Auto gesetzt und habe den heutigen Reisebericht angefangen zu schreiben, Angela hat gestrickt und Ulf hat das Abendessen geschnippelt. Dann sind wir in die Küche des Platzes gegangen, wo Ulf gekocht hat. Eine tolle Geräuschkulisse: Der extreme Wind hat immer wieder die Zweige und Äste gegen das Gebäude und insbesondere das Dach geschlagen – das hat geknallt!

Island. Wetter passt nicht? 5 Minuten warten!

Nach dem Essen haben wir dann bei mir im Sprinter noch zwei Runden Tutto gewürfelt. Ich habe mich dann noch an den Rest des heutigen Reiseberichtes gesetzt, die beiden sind unter die Dusche und dann ging’s ab ins Bett. Ein schöner Tag. Und jetzt windet es auch gar nicht mehr soooo arg!

tolle Abendstimmung vom Campingplatz aus.
  • Entfernung: 124 km
  • Fahrzeit: 2:33 h
  • Durchschnittsgeschwindigkeit: 48 km/h
  • Durchschnittsverbrauch: 0,0 l/100 km (Ob sich der Sprinter da wohl verrechnet hat?)

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