Dienstag, 12. Mai 2026
Um etwa 9 Uhr haben wir den Campingplatz verlassen, nachdem wir schon einmal den Proviant für unsere Wanderung vorbereitet hatten.
Die erste Fahrt des Tages war mit knapp 10 km recht kurz – bis wir am Skaftafell Besucherzentrum die Vans abgestellt haben und uns dann die Rucksäcke schnappten und losliefen.

Auf gut ausgebauten Wegen ging es den Weg steil bergauf Richtung Svartifoss. Dort angekommen bewunderten wir den Wasserfall und die Basaltsäulen – die aber auf den Fotos beeindruckender wirkten als in Realität. Es war schön da, aber ein bisschen zu voll von Touristen.
Wir haben dann nicht den direkten Weg zurück zum Besucherzentrum eingeschlagen sondern sind im Uhrzeigersinn zum Aussichtspunkt Sjónarnípa zur Gletscherzunge des Skaftafellsjökull gegangen. Große Teile des Weges waren ausgesetzt und das Gehen war erschwert durch den extrem starken und kalten Wind, der vom Gletscher herunter wehte.
Die Aussicht auf Gletschersee und den Gletscher entschädigte für alles. Wir haben uns dort im Windschatten hingesetzt und unser mitgebrachtes Frühstück verzehrt. Gerade rechtzeitig waren wir damit fertig, als eine Schulklasse vorbeikam und wir uns wieder auf den Weg in Richtung Tal aufmachten.
Der Weg dorthin war recht steil aber gut ausgebaut und teils mit Holzbohlen, Treppen usw. gesichert. Wieder im Tal habe ich mich erstmal wieder trocken gelegt – die dicken Klamotten gegen Kälte und Wind in Verbindung mit körperlicher Anstrengung sorgten für ein nasses T-Shirt. Angela und Ulf tranken einen Kaffee, während ich mich umzog.
Dann ging es weiter gegen noch stärkeren Wind in Richtung Gletschersee. Heftig, wie wir uns teilweise gegen den Wind stemmen mussten, um vorwärts zu kommen – auch das Atmen war teilweise etwas beschwerlich. Nach einer knappen halben Stunde waren wir am Gletschersee angekommen. Allerdings war es zum Teil zu heftig, wie viel Sand durch die Luft geschleudert wurde, so dass wir uns dort nicht weiter aufhalten wollten. Nach dem Sammeln der Eindrücke von diesem kalbenden Gletscher haben wir uns auf dem kleineren Fußweg zurück zum Besucherzentrum gemacht. Der recht steile Anstieg auf den kleinen Hügel am Gletschersee ging mit dem heftigen Rückenwind fast von alleine.
Zurück bei den Sprintern machten wir uns dann recht schnell auf den Weg zum heutigen Campingplatz Kirkjubær II in Kirkjubæjarklaustur. Nachdem wir uns die schönsten Plätze gesichert haben sind wir in die Küche, wo Ulf uns aus den aufbewahrten Resten der letzten Abendessen was Leckeres zauberte.

Danach sind wir zu einem kleinen Verdauungsspaziergang in den kleinen Ort aufgebrochen. Kurz vor dem anschließenden Industriegebiet ging es rechts ab zu einer kleinen Aussicht in einem Wäldchen auf den Wasserfall Systrafoss. Die Informationstafel zeigte auf einer groben Skizze 3 Rundwege – der rote sollte etwa 3,3 km lang sein, am Wasserfall entlang führen und auf dem Rückweg am Campingplatz vorbeikommen. Also los!
Sehr spontan sind wir dann also wieder einmal einen Berg hinauf gekraxelt bis wir oben ankamen und überrascht auf einen See blickten, aus dem sich der Wasserfall speiste. Ein beeindruckender Anblick – und wieder einmal heftiger Wind hier oben aus dem Plateau.
Wie geht das eigentlich, dass der Wind heftig aus westlicher Richtung bläst und wir uns dann auf dem Abstieg vom Plateau gegen aus dem Tal blasenden Wind aus Ost-Nordost stemmen müssen? Der Abendspaziergang uferte damit etwas aus, aber es hatte sich mehr als gelohnt.
Danach haben wir uns in meinem Sprinter noch ein wenig zusammengesetzt, einen Grappa getrunken und eine Runde „Tutto“ gewürfelt. Danach wie üblich: Tagebuch schreiben und danach irgendwann schlafen gehen.
- Entfernung: 77 km
- Fahrzeit: 1:20 h
- Durchschnittsgeschwindigkeit: 57 km/h
- Durchschnittsverbrauch: 9,5 l/100 km
Wanderungen
- Tour 1: Svartifoss
- Gehzeit: 2:18 h
- Distanz: 7,77 km
- Durchschnitt: 3,4 km/h
- Aufstieg: 290 m
- Tour 2: Gletschersee Skaftafellsjökull
- Gehzeit: 1:05 h
- Distanz: 4,48 km
- Durchschnitt: 4,1 km/h
- Aufstieg: 30 m
- Tour 3: Abendspaziergang Kirkjubær
- Gehzeit: 1:08 h
- Distanz: 3,97 km
- Durchschnitt: 3,5 km/h
- Aufstieg: 120 m





















