[132] Tag 29 – Einer der größten Wasserfälle Europas

27. Mai 2026

Wir fuhren über die schier endlosen und menschenleeren Hochebenen nach Vopnafjörður und dann weiter zur Ringstraße 1, um wieder etwas westlich zum See Mývatn zu kommen, doch zuerst ein kurzer Stopp im Supermarkt von Vopnafjörður für dringende Einkäufe für die Frühstückspause.

Schier endlose bis auf die Straße unberührte Landschaft. Aber kaum ein Baum und kaum ein Strauch.

Die teils verschneiten Landschaften, die Sonne, der strahlend blaue Himmel mit ein paar Wölkchen: Toll, was uns die Natur da zu bieten hat!

Ohne Worte …

An der Einmündung zur Ringstraße befindet sich ein kleiner Rastplatz, den wir genutzt haben, um unser Frühstück einzunehmen. Aufgrund des starken Windes (Überraschung!) haben wir das nicht auf der bereitstehenden Sitzgruppe des Rastplatzes gemacht, sondern in meinem Sprinter. Als wir da so saßen, beobachteten wir eine andere Reisegruppe, die den Versuch, dort zu essen, unternommen haben. Sie haben keine Minute durchgehalten und sich in ihr Auto verzogen.

Weiter ging es auf der Ringstraße nach Westen bis wir in den Baustellenstau an der einspurigen Hängebrücke über die Jökulsá á Fjöllum gerieten. Der aufmerksame Leser wird über diesen Fluss schon im gestrigen Beitrag gestolpert sein: Die Jökulsá á Fjöllum queren wir heute zum zweiten Mal mit dem Ziel, einen der größten Wasserfälle Europas zu betrachten, der ebenfalls von diesem Fluss gespeist wird.

Der Stau vor der Brückenbaustelle

Glücklicherweise dauerte der Stau nicht lang: Man hat die ganze Autoschlange auf einen Rutsch die Brücke, an der gearbeitet wird, passieren lassen. Ein paar Kilometer weiter sind wir dann rechts von der Ringstraße abgebogen und die restlichen 24 km bis zum Parkplatz gefahren. Hier tummelten sich viele Autos, aber zum Glück keine Reisebusse – es war also nicht so sehr voll.

Der Dettifoss

Wir machten uns den letzten Kilometer zu Fuß auf zum Dettifoss – immer den Massen folgend. Schade, dass es viele einfach nicht verstehen und deswegen die Wege eingezäunt werden müssen. Ist es soooo schwer, auf den Wegen zu bleiben, um die sensible Vegetation so gut es geht trotz der Besuchermassen zu schützen?

Dettifoss von einem anderen Aussichtspunkt

Der Wasserfall selbst zeigte sich von seiner besten Seite: blauer Himmel, ausreichend viele Wolken, um ein bisschen dramatischere Stimmung zu erzeugen und dank der Sonne schöne Regenbögen in der Gischt des etwa 100 m breiten und 44 m in die Tiefe stürzenden Jökulsá á Fjöllum. Natürlich war einiges los auf der Besucherplattform – sicherlich auch, weil das Ostufer des Wasserfalls inklusive der dorthin führenden Straße aufgrund des Winterwetters noch gesperrt ist. Aber wir konnten ein paar schöne Momente in der ersten Reihe erleben und das eine oder andere Foto schießen.

Der Selfoss etwa einen Kilometer oberhalb des Dettifoss

Wir sind dann auf den angelegten Wegen noch zum etwa einen Kilometer flussaufwärts gelegenen und 10 m hohen Selfoss gegangen, der deutlich weniger Publikum anzog. Nach der Aufnahme der vielen Eindrücke haben wir uns dann auf den restlichen Weg zu unserem heutigen Etappenziel Mývatn gemacht.

Die Island-Fahrer vor dem Dettifoss

Wie meist auf dieser Reise hatten wir wieder mal ein glückliches Händchen und sind gerade rechtzeitig auf dem Platz angekommen, um zwei halbwegs ebene nebeneinanderliegende Stellplätze zu bekommen und haben uns dann gleich auf in die Küche gemacht.

Auf dem Campingplatz, bevor es voll wurde

Nach dem Abendessen noch ein wenig Planung für den nächsten Tag und dann ab ins Bett.

  • Entfernung: 200 km
  • Fahrzeit: 3:33 h
  • Durchschnittsgeschwindigkeit: 56 km/h
  • Durchschnittsverbrauch: 13,2 l/100 km (Wind!)

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