Donnerstag, 28. Mai 2026
Heute soll wenig gefahren werden – wir wollen uns ein paar sehenswerte Dinge am Mývatn anschauen. Das Wetter sieht nicht ganz so vielversprechend aus – der Himmel ist erstmalig im Urlaub einheitlich grau und inkontinent. Leider behaupten die Wetter-Wahrsager, dass es sich die nächsten Tage auch nicht sonderlich ändern soll.

So entschieden wir, die kleineren Ausflüge zu den Sehenswürdigkeiten am Mývatn zu starten. Erstes Ziel: Das Lavafeld Dimmuborgir wenige Kilometer südlich des Campingplatzes. Das Lavafeld entstand aus einem Lavasee, dessen Oberfläche erstarrte und dann später zusammenbrach. Schlote und Teile der Decke blieben stehen – der Lava-See war damals etwa 10 m tief.

Es wirkt, als würde man in Ruinen von Festungsanlagen etc. spazieren gehen. Die Wege sind zum Teil asphaltiert und sind insgesamt schön angelegt und mit Hinweistafeln versehen. Wir haben zwei der markierten Rundwege absolviert und viele sehenswerte Formationen bewundert.

Es hat immer wieder etwas geregnet – wir hatten unsere Ponchos nicht umsonst angezogen. Wie schön wäre alles mit Sonne und blauem Himmel gewesen! Aber wir hatten jetzt 3 Wochen bestes Wetter und keinen einzigen Tropfen Regen, wenn wir uns etwas anschauen wollten – dann kann es auch mal ein bisschen regnen.

Nach Absolvierung der beiden Rundwege haben wir in den Sprintern gefrühstückt und sind dann ein Stückchen zurück in Richtung Campingplatz gefahren, um uns den Krater Hverfjall anzuschauen. Wir haben wieder die Ponchos angelegt und haben uns den Wanderweg auf den zwischen 90 m und 150 m hohen Krater-Ring vorgenommen. Der Tuffring entstand vor etwa 2.500 Jahren, als eine gewaltige Wasserdampfexplosion vulkanisches Lockermaterial mit hochriss, welches am Rand der Wasserdampfsäule herunterrieselte und damit diesen Ring bildete.

Oben angekommen konnten wir dann in diesen Krater mit etwa 1 km Durchmesser hineinschauen – wirkt wie eine gewaltige Kiesgrube! Wie immer in Island war es windig – hier oben extrem windig. Insbesondere kurz hinter dem oberen Ende des Weges vom Parkplatz schien sich der Wind in dem Kessel wie durch eine Art Düse zu beschleunigen. Gehen und stehen war mit etwas Konzentration verbunden, Regentropfen im Gesicht waren ziemlich unangenehm. Gut, dass ich vorsichtshalber meine Radfahrbrille aufgesetzt hatte. Wir sind auf dem Kraterrand ein wenig Richtung Westen gegangen und haben uns dann entschieden, aufgrund des extremen Windes und des unangenehmen Regens den Rundweg auf dem Kraterrand nicht anzugehen.

Wir sind dann zum oberen Ende des Weges zum Parkplatz zurückgekehrt. Von dort geht der Weg auf dem Kraterrand kräftig nach oben. Wir wollten ein paar Meter hochlaufen, um den Blick in den Krater von etwas erhöhter Position zu genießen (sofern das bei dem Sturm und Regen möglich war). Der Anstieg war länger als gedacht, so dass Angela und ich dann entschieden, den restlichen Weg „einmal rum“ noch zu machen – Ulf ging zum Auto zurück.
Der Wind war extrem, der Regen stellenweise mehr Graupel. Die Einschläge im Gesicht ziemlich unangenehm. Auf der Südseite zwischen den höchsten Erhebungen des Kraterrandes nahm die Windstärke gefühlt noch einmal deutlich zu. Teilweise war das Atmen erschwert – es war sinnvoll, die Nase aus dem Wind zu halten. Echt ein Erlebnis, den Krater zu erkunden. Das ist wie überall in Island nur auf den offiziellen Wegen erlaubt. Diese zu verlassen kann empfindlich bestraft werden und hat zum Ziel, die Natur trotz des hohen Touristenaufkommens bestmöglich zu schützen.

Wieder zurück in den Sprintern haben wir uns zunächst mal trockengelegt. Die Hosen waren doch recht kräftig nass unterhalb der Ponchos ebenso wie die oberen Enden der Socken.

Dann ging es wieder zurück zum Campingplatz. Wir haben der Einfachheit halber den gleichen Platz angesteuert, den wir gestern bereits aufgesucht hatten. Dort gibt es halbwegs vernünftige Stellplätze und eine gut nutzbare Küche zur Zubereitung des Abendessens.

- Entfernung: 13 km
- Fahrzeit: 29 min
- Durchschnittsgeschwindigkeit: 25 km/h
- Durchschnittsverbrauch: 16,7 l/100 km