Samstag, 30. Mai 2026

Heute wollen wir den Mývatn verlassen. Nach der Abfahrt fahren wir wenige Kilometer zur Grjótagjá. Es handelt sich hier um eine Höhle mit kleinem See darin, der allerdings aufgrund gestiegener geothermaler Aktivität nicht mehr zum Baden genutzt werden kann.Die Höhle liegt direkt im Bereich der Verwerfungszone zwischen den Kontinentalplatten von Amerika und Europa.

Wahnsinn, was die Natur hier bietet! Leider schneit es wieder und es windet extrem, so dass wir keinen längeren Spaziergang über die Gegend unternahmen, sondern nur die Spaltenbildung in der unmittelbaren Nähe des Parkplatzes und die ehemalige Badehöhle besuchten.

Direkt neben der Höhle verläuft die hier auch oberirdisch sichtbare Verwerfungszone der Kontinente

Nächstes Ziel ist das wenige Kilometer entfernte Hochtemperaturgebiet Hverir am Fuß des Vulkans Námafjall, der ebenfalls zum Vulkansystem Krafla gehört. Ganz schön teuer, das Parken hier! Auffällig ist das großräumige Fehlen von Schnee hier um die blubbernden Schlammquellen: Offensichtlich ist der Boden hier etwas wärmer. wir sind dann zwischen den verschiedenen blubbernden und dampfenden und nach Schwefel riechenden Löchern in der Erde oder in kleinen Kegeln durchgelaufen.

Man kann sich nur über die Menschen wundern. Ein Mann hält seine Hand in den deutlich hörbar zischenden Dampf eines großen Kegels und ruft überrascht „ouch, it’s hot!“ Andere wiederum sind zu doof, die Regeln zu verstehen, ignorieren die Absperrungen und trampeln überall herum.
Leider gibt es den Pool am Ende des Hochtemperaturgebietes nicht mehr funktionsfähig: Die Umrandung aus Beton ist an mehreren Stellen geborsten – hier scheint sich die Erde mehr bewegt zu haben, als der Erbauer der Anlage vorhergesehen hatte.
Das Wetter wurde sehr ungemütlich, so dass wir uns dann schnell wieder in die Sprinter verzogen haben, um weiterzufahren.
Vom Hverir Hochtemperaturgebiet haben wir uns auf den Weg zum Viti gemacht, einem Maarsee in etwa 10 km Entfernung. Der Weg dorthin gestaltete sich als spannend – Allrad war hilfreich, ein frontgetriebenes Fahrzeug hatte auf der Steigung des letzten Teilstücks der Straße aufgegeben und umgedreht. Das Wetter dort oben in etwas über 550 m Höhe war sehr ungemütlich: kalt und wieder einmal sehr windig.

Der laut Fotos wegen seiner Farbgebung sehr sehenswerte Kratersee war leider noch zugefroren und verschneit – also nix mit türkisblau …

Auf dem Rückweg vom Viti kamen wir an einem der größeren Geothermie-Kraftwerke vorbei, wo sie direkt aus dem Dampf des Zentralvulkans Krafla mittels zweier Turbinen etwa 60 MW elektrische Leistung erzeugen – und das sie in den nächsten Jahren auf 150 MW ausbauen wollen.

Auf einem kleinen Parkplatz links der Straße hielten wir dann kurz für ein Foto an der „Hot Spring Shower“ an, einer durch heißes Quellwasser betriebenen Dauerdusche. Bei den Temperaturen war mir aber die Wassermenge zu gering, um wirklich drunterzuspringen, also musste es bei ein paar Fotos bleiben.

Weiter ging es in Richtung Osten auf der Ringstraße 1. Je weiter es nach Osten ging, desto höher kamen wir und desto mehr Schnee war zum Teil auf der Straße. Wir haben dann auf dem gleichen Rastplatz gefrühstückt wie auf der Fahrt zum Mývatn.

Weiter ging’s auf der Ringstraße 1 bis wir rechts in die Stichstraße zum Stuðlagil-Canyon abbogen. Etwa auf halber Strecke wechselte der Straßenbelag von Asphalt auf Schotter. Es waren schon spannende Ausblicke von der Straße nach links zum Fluss Jökla, der sich da in der Schlucht durch die Landschaft fräst.

Kurz vor dem Campingplatz wollte dort eine Frau ihren Begleiter mit dem Mietwagen überfahren.
Der Campingplatz selbst ist wegen der Regenfälle der letzten Wochen noch gesperrt bis auf die drei Schotterplätze direkt neben der Imbissbude. Da wir früh dran und damit die ersten waren, hatten wir freie Platzwahl. Wir haben uns dann auf den Weg zum Stuðlagil-Canyon gemacht – das war allerdings einfach, denn die Treppenstufen starteten direkt am nebenliegenden Parkplatz.

Dort sind wir dann hinabgestiegen und waren doch überrascht von den gewaltigen Basaltsäulenwänden, die sich uns dann dort zeigten. Die Gesteinsformationen dort im Canyon sind wirklich beeindruckend und sehr gut über Stege, Treppen und Aussichtsplattformen erschlossen. Wir haben einige Zeit dort verbracht und die Stimmung der Basaltsäulen im Canyon des Jökla in uns aufgesogen.
Danach haben wir in der Küche des Campingplatzes gekocht – da es jedoch recht frisch war und die Küche ungeheizt haben wir dann bei mir im Sprinter gegessen und den schönen Tag Revue passieren lassen.
- Entfernung: 154 km
- Fahrzeit: 2:48 h
- Durchschnittsgeschwindigkeit: 55 km/h
- Durchschnittsverbrauch: 14,4 l/100 km














