Sonntag, 29. Juni 2025
Bei Abfahrt um die Mittagszeit zeigen sich noch viel mehr Rentiere als am Vorabend – und die Geweihe der Tierchen sind auch ein bisschen größer!

Aber keine Ausreden – weiter geht’s! Schon nach wenigen Kilometern fiel mir rechts von der Straßenbrücke über einen Fluss eine weitere Brücke auf, die ich mir näher anschauen wollte. Also an der Tankstelle hinter dem Fluss gedreht und einen Parkplatz neben einem offensichtlich leeren und etwas heruntergekommenen großen Gebäudes angesteuert. Wie sich herausstellte, war dort doch noch an der rückwärtigen Laderampe Betrieb und ich habe die beiden älteren Männer, die dort einen Anhänger beluden, gefragt, ob ich 30 Minuten dort parken dürfe. In dem Moment ging die Tür zum Gebäude auf und es kam jemand mit einer großen Gummischürze und Atemmaske heraus. Spooky. Die beiden haben dann gemeint, es wäre Privatgelände und es gebe einen Parkplatz gegenüber der Straße am Fluss. Ich hatte sie irgendwie falsch verstanden, so dass ich auf ein Neues an der Tankstelle wendete. Die Leute dort mussten auch denken, dass ich ein bisschen – naja.

Nachdem ich den Parkplatz dann endlich gefunden hatte, bin ich von dort zur Hängebrücke gelaufen. In der Größe hatte ich so etwas noch nicht gesehen: Eine Holz-Hängebrücke! Von den Abmessungen her hätte ich recht gut rüberfahren können – aber das wäre vom Gewicht her wohl etwas zu viel des Guten gewesen. 1,5 t max steht drauf …

An den Stromschnellen Raudanjoki habe ich für die Nacht in einer der schönen Parkbuchten geparkt. Von dort habe ich noch einen kleinen Spaziergang gestartet – es gibt wahnsinnig viele Stechmücken, aber die Einrichtungen dort sind wirklich vom Allerfeinsten. Auf den Stromschnellen ist eine Wettbewerbsstrecke eingerichtet, es gibt Trockentoiletten für Besucher inkl. Rollstuhlfahrern, Grillhütten, die zu den Stromschnellen hin offen sind und Brennholzhütten mit einer Menge Holz und Zerkleinerungswerkzeug (ortsfester Holzspalter und schwerer angeketteter Hammer).

Zwei der Grillhütten liegen direkt nebeneinander, es hat leicht genieselt und in einer der Grillhütten war offensichtlich das Lager zweier Radfahrer aufgeschlagen, die ich dann in der anderen Grillhütte antraf. Zwei Jungs, die sich am Vortag getroffen haben und sich auf dem Weg zum Nordkapp befinden. Der Italiener von den beiden startete vor drei Wochen in Helsinki und hatte bisher ca. 1.000 km geschafft. Der Franzose ist seit über drei Monaten unterwegs und hat bereits 9.000 km hinter sich. Beeindruckend.

Auch hier gilt es, die Autotüren nur kurz zu öffnen, sonst dringen zu viele Mücken in den Van 🙂 Nach dem Abendessen habe ich noch hier am Tagebuch geschrieben und jetzt ist schon wieder 0:30 Uhr nachts – Gute Nacht!
- Entfernung: 227 km
- Fahrzeit: 3:44 h
- Durchschnittsgeschwindigkeit: 61 km/h
- Durchschnittsverbrauch: 10,6 l/100 km