Mittwoch, 9. Juli 2025
Beim Frühstück auf dem Campingplatz habe ich nach gründlicher Recherche ein Tagesticket für den Helsinki Nahverkehr gebucht. Drei Zonen, 24 h, 12 €. Passt.

Da allerdings die Metrolinie zum Campingplatz derzeit gesperrt ist, muss zunächst mit dem Bus bis zur nächsten offenen Metro-Station gefahren werden. Bis zum Sibelius-Park – dem ersten geplanten Stopp für diesen Tag, dauert es gesamt etwa eine Stunde.

Der Sibelius-Park, benannt nach dem finnischen Komponisten Johan Julius Christian („Jean“) Sibelius, wurde ab 1937 gestaltet. ZU Ehren des Komponisten wurde 1967 das Sibelius-Denkmal enthüllt. Es handelt sich dabei um eine Orgel aus Stahlröhren, die vom Wind bespielt wird.

Außergewöhnlich für diesen Park ist, dass auch die (Rasen-)Flächen abseits der Wege betreten werden dürfen – klasse!
Von dort bin ich dann zur Felsenkirche Temppeliaukion kirkko gelaufen, für mich die beeindruckendste Kirche – trotzdem sie die modernste von mir auf dieser Reise besuchte ist. Sie ist nach mehreren Architektenwettbewerben von 1968 bis 1969 in einen Felsen auf dem Tempelberg in Helsinki gebaut worden. Im inneren sieht man die unverblendeten grob behauenen Granitfelsen als Wände des Kirchenraumes, das Kupferdach „schwebt“ über 180 Fenstern, die viel Tageslicht hereinlassen.

Hier konnte ich glücklicherweise sehr schnell online ein Ticket für 8 € kaufen, was mir dann die Möglichkeit gab, die lange Schlange am Ticketschalter rechts zu überholen.
Von dort lief ich weiter über das Narinkka-Viertel mit der Kamppi-Kapelle. Hier habe ich mir allerdings den Eintritt gespart – es standen weitere Kirchen auf der Liste für diesen Tag. Reicht 🙂

Weiter ging es über den Hauptbahnhof, der einen unglaublich sauberen und lichtdurchfluteten Eindruck machte.
Gleich um die Ecke komme ich am Finnischen Nationaltheater vorbei, weiter am Botanischen Garten zum Kansalaistori Square, dem Platz vor dem Helsingin Musiikkitalo (Konzerthalle), der Zentralbibliothek Helsinki und dem Riksdagshuset i Helsingfors, dem Sitz des finnischen Parlaments.
Die nächste Kirche steht an: der Dom von und zu Helsinki. Diese Kirche ist außen und innen dominiert von der Farbe weiss und angenehm schlicht gestaltet. Sie wurde von 1830 bis 1852 im klassizistischen Stil als Kathedrale des lutherischen Bistums Helsinki errichtet.
Das nächste Zwischenziel ist die alte Markthalle. Ein sehr schönes Gebäude, welches zum Glück auch innen zumindest auf den ersten Blick seinen Charme behalten hat. Die alten hölzernen Stände beinhalten nun aber leider zu einem beträchtlichen Anteil vornehmlich asiatische Schnellfress-Stationen. Hier wäre es schöner, lokale Spezialitäten kaufen zu können. Das gibt es vereinzelt noch – allerdings zu astronomischen Preisen.
Eigentlich sollte nun die Fährfahrt zur maritimen Festung Suomenlinna folgen – doch obwohl gerade eine vollbesetzte Fähre den Hafen verließ, war eine Warteschlange von etwa 100 m vor dem Pier. Auf diese Wartezeit hatte ich keine Lust und bin daher zur Uspenski-Kathedrale gelaufen. Diese auf einem Felsen im Zentrum Helsinkis von 1862 bis 1868 erbaute Kirche war zum Zeitpunkt des Baus ein deutliches Zeichen der russischen Herrschaft über Finnland und ist noch heute die größte orthodoxe Kirche in Nord- und West-Europa. Für mich wirkte der Ziegelbau innen arg überladen – die Wikipedia nennt es „opulent ausgestattet“.
Weiter ging es dann zum Halkolaituri Yachthafen, von dem aus ein guter Blick auf die finnische Eisbrecher-Flotte gewährleistet ist. Die Schiffchen warten hier auf ihren Einsatz im Winter als Eisbrecher oder auf Notfalleinsätze wie beispielsweise Ölteppich-Entfernung.
Ich muss gestehen, das reichte für heute mit der Großstadt, also machte ich mich wieder auf den Weg zur U-Bahn und zum Campingplatz. Da setze ich mich noch eine Weile mit einem Buch in die Sonne.

Gute Nacht 🙂




































