Archiv der Kategorie: Lange Reisen

[059] Tag 018 – Dreckige Straßen, rauschendes Wasser und eine Kiesgrube in der Abendsonne

Dienstag, 24. Juni 2025
Frühstück mit heißer Schokolade und Sahne. Uuuund: Schokostreuseln 🙂

Nach dem Frühstück ein kurze Blick vom Himmel und weiter ging’s Richtung Norden.

Das Winterquartier abseits der Straße, die aber ohnehin sehr wenig befahren ist.

Bei noch recht trübem Wetter ging’s los und dann weiter nach Köngäs. Die Straße nach Inari wechselte plötzlich von Asphalt auf Erde. Ab Köngäs hatte ich 57 km unbefestigte Straße, die sich aber gut fahren ließ.

57 km Schotterpiste

Etwa 6 km vor Inari habe ich mich von einem Hinweisschild am Straßenrand zum Anhalten überzeugen lassen. Dort befand sich ein Wegweiser zu einer 300 m entfernten Attraktion, die ich dann mit dem Google Übersetzer als Stromschnellen identifizieren konnte. Also iPhone und Drohne geschnappt, Treckingschuhe an und los.

Die Stromschnellen aus der Luft

Die 300 m ließen sich schnell überwinden – und es hat sich gelohnt! Die Finnen machen es ähnlich wie die Schweden: Für die Touristen und Angler gibt es da unten eine Trockentoilette und einen Unterstand mit Grillmöglichkeit, beides gut in Schuss.

Die Stromschnellen vom Land aus gesehen

Der Fluss Juutuanjoki weist an dieser Stelle namens Ritakoski einige Stromschnellen auf – der Fluss ist bei den Finnen beliebt für Kanutouren mittleren Schwierigkeitsgrades.

In Näätämö kurz vor der norwegischen Grenze habe ich noch einmal getankt und bin dann weiter nach Norden gefahren. Kurz vor Kirkenes bin ich rechts abgebogen und musste dann feststellen, dass die Grenze in Storskog geschlossen ist. Spaß – aber ich war irritiert von der Beschilderung, die die Entfernung mehrerer russischer Städte angab.

Die geschlossene Grenze nach Russland

Weiter ging es etwa 30 Kilometer bis zu einer ehemaligen Kiesgrube, die jetzt zu einem Picknickplatz mit Toilettenhäuschen und einer Feuerstelle mit Sitzgelegenheiten umgestaltet wurde – klasse! Außerdem sieht es so aus, dass dort mit Quads und vielleicht Motorrädern gefahren wird 🙂

  • Entfernung: 208 km
  • Fahrzeit: 4:03 h
  • Durchschnittsgeschwindigkeit: 51 km/h
  • Durchschnittsverbrauch: 11,3 l/100 km

[058] Tag 017 – Polarkreis und Grenzübertritte

Montag, 23. Juni 2025

Am nächsten Morgen regnete es immer noch, nachdem es irgendwann in der Nacht angefangen hatte. Gegen 11 Uhr habe ich den Platz verlassen und mich wieder auf die E4 gemacht, um möglichst schnell weiter nach Norden zu kommen.

Luleå Lidl mit Blick auf den Erzzug der LKAB von Kiruna nach Luleå

In Luleå habe ich einen kurzen Zwischenstopp am Lidl beim Güterbahnhof eingelegt, um Nahrungsmittel einzukaufen.

Bei Tore am nördlichen Ende der Ostsee habe ich getankt und von der E4 auf die E10 weiter nach Norden gewechselt. Bei Överkalix habe ich die E10 in Richtung Nordosten verlassen. Nur noch 20 km weiter und der nördliche Polarkreis war überfahren.

Etwas weiter nördlich in Pajala habe ich bei der Feuerwehr mein Grauwasser loswerden können. Toller Service, dass die Kommune das dort kostenlos anbietet.

Wenige Kilometer weiter bei Kolari habe ich dann die norwegisch-finnische Grenze überquert und bin dann bis zu einem einsamen Waldparkplatz der Gemeinde Ylläsjärvi weitergefahren, auf dem ich übernachtete. Allerdings habe ich das Auto nicht verlassen, denn bei Ankunft schwirrten zu viele Stechmücken vor den Fenstern …

  • Entfernung: 470 km
  • Fahrzeit: 7:09 h
  • Durchschnittsgeschwindigkeit: 66 km/h
  • Durchschnittsverbrauch: 11,3 l/100 km

[057] Tag 016 – Hohe Brücken, lange Straßen

Sonntag, 22. Juni 2025

Wir haben recht früh gefrühstückt, dann habe ich den Frischwassertank bei Sonja aufgefüllt und bin dann losgelöst in Richtung Norden.

Das Y:et, eine rund 30,5 m hohe Skulptur des schwedischen Künstlers Bengt Lindström aus dem Jahr 1995

Von Uppsala aus bin ich auf der E4 nach Norden gefahren, ohne großartige Zwischenstopps zu machen.

Die Högakustenbron, die mit 1.210 m Spannweite längste Brücke Schwedens

Über Sundsvall, die Högakustenbron, Örnsköldsvik, Umea ging es bis Sikeå, wo ich auf einem netten kleinen Campingplatz direkt an der Ostseeküste übernachtete.

  • Entfernung: 601 km
  • Fahrzeit: 7:34 h
  • Durchschnittsgeschwindigkeit: 77 km/h
  • Durchschnittsverbrauch: 11,9 l/100 km

[056] Tag 015 – Erholung

Samstag, 21. Juni 2025

Natürlich muss nach einem ausführlichen Fest erstmal ausgeschlafen und dann zünftig gefrühstückt werden.

Danach sind wir dann wieder mit „Hittaut“ (siehe Tag 013) auf die Jagd nach Checkpoints gegangen – immerhin zwei „Juni-Checkpoints“ haben wir gesammelt.

Abends wurden dann Überbleibsel von Midsommar gegrillt und verspeist.

Tatsächlich gibt es von diesem Tag keinerlei Fotos – ich war wohl auch noch ein wenig müde vom Fest 🙂

nachgemalte Tour in Komoot

Entfernung: 8,73 km

[055] Tag 014 – Midsommar i Herrhagens byväg

Freitag, Midsommar, 20. Juni 2025

What happens during Midsommar … 😉

Morgens habe ich Sonja gebeten, meine sogenannten Blätterteig-Bröckelschnecken im Backofen aufzubacken – mit dem ersten Blech ist das noch halbwegs gut gegangen, auf dem zweiten Blech ist alles komplett zerlaufen, weil sich der Blätterteig komplett aufgelöst hat. Schade. Aber zumindest scheint es geschmeckt zu haben, es ist fast nichts übrig geblieben.

Mit Moritz bin ich dann zum Friedhof von Uppsala gelaufen, an dessen Rand ein Springbrunnen auf einem kleinen Hügel angelegt ist, von dem das Wasser über eine kleine Kaskade in den kleinen Bach läuft.

Tolles Wetter und fließendes Wasser – was will man mehr?

Dort habe ich mit Moritz Blumen für das Basteln der Blumenkränze am Abend gepflückt.

Gegen 17 Uhr kamen die ersten Gäste. Deutlich nach Mitternacht war ich dann im Bett. Es war ein wirklich gelungenes Fest – Danke!

[054] Tag 013 – Hittaut

Donnerstag, 19. Juni 2025

Am Nachmittag haben wir einen kleinen Spaziergang durch den Rand des Hågadalen-Nåstens-Naturreservat gemacht – auf der Suche nach Checkpoints. Was ist das und warum? Hittaut ist eine App der Organisation Svenska Orienteringsförbundet, mit der die Bevölkerung ähnlich wie beim Geocaching in die Natur gelockt werden soll. Diese jährliche Aktion gibt es seit 2008 und etliche Kommunen machen mit und nutzen die Plattform.

Kleine Kuchenpause vor dem Checkpunkt 607

So werden etliche kleine Pfosten in der Landschaft in verschiedenen Schwierigkeitsgraden „versteckt“ und in der Karte verzeichnet. Hat man einen solchen Checkpunkt gefunden, trägt man die darauf verzeichnete Buchstaben-Zahlen-Kombination in der App ein und hat diesen damit als gefunden für sich registriert. Es gibt Checkpunkte, die während der gesamten Aktionszeit von Mai bis Oktober aktiv sind, dann kommen noch monatliche hinzu, die beispielsweise nur im Juni aktiv sind. Davon haben wir heute 3 Stück „gesammelt“.

Holzbohlenwege zum Schutz der Natur
Eine männliche gebänderte Prachtlibelle, die uns am Wegesrand auffiel

Den restlichen Tag haben wir die Midsommar-Feier vorbereitet. Ich habe versucht, mit dem schwedischen Blätterteig Blätterteigschnecken zu bauen, was mir leider nicht wirklich gelungen ist. Der Teig war einfach viel zu brüchig, trotzdem er Zimmertemperatur hatte.

Die kleine Tour nachgezeichnet auf Komoot

Entfernung: 4,26 km

[053] Tag 012 – Kulturschock am Vänern

Mittwoch, 18.06.2025

Am Morgen nach dem Frühstück habe ich noch den Temperatursensor der Heizung, der bisher irgendwas zwischen Außen- und Innentemperatur gemessen hat, getauscht. Dafür musste ich die Crimpkontakte ersetzen und ein wenig in der Werkzeugkiste nach der passenden Crimpzange suchen. Gut, dass ich zumindest das offensichtlich dabei habe 🙂

Links der alte unauffällige Sensor, der vornehmlich die Temperatur hinter der Verkleidung gemessen hat.

Gegen 11 Uhr bin ich dann aufgebrochen und habe den Stellplatz bei bestem Wetter verlassen. Die erste Etappe war nur wenige Kilometer bis zum Yachthafen der Stadt, wo ich kostenlos Trinkwasser auffüllen konnte, dankenswerterweise ist das Wasserhäuschen gesponsert von Grundfos.

Die 15 Meter hohe Skulptur namens Jacqueline, inspiriert und benannt nach seiner Frau

Wieder nur wenige Minuten Fahrt und ich befand mich auf dem Besucherparkplatz am Rand der Landzunge Strandudden am südwestlichen Ende von Kristinehamn.

Die Skulptur von der östlichen Seeseite

Dort machte ich mich auf den sehr kurzen Spaziergang zur größten Picasso-Skulptur, die hier über den Vänern blickt.

Kurz vor dem heutigen Ziel.

Nach diesem interessanten kurzen Kultur-Ausflug habe ich mich auf den Weg zu Sonja nach Uppsala gemacht. Auf dem Weg habe ich noch bei einem ICA Zwischenstopp gemacht, um ein paar Lebensmittel für das Midsommar-Fest einzukaufen.

  • Entfernung: 253 km
  • Fahrzeit: 3:32 h
  • Durchschnittsgeschwindigkeit: 72 km/h
  • Durchschnittsverbrauch: leider nicht nachgeschaut

[052] Tag 011 – Fahrt in den Hafen

Dienstag, 17. Juni 2025

Der heutige Tag war recht ereignislos – die aufregendste Sache bei der Fahrt war das Tanken und die Fahrt über die norwegisch-schwedische Grenze.

Angekommen im Hafen von Kristinehamn habe ich mir einen netten Stellplatz gesucht und dann noch ein wenig am Auto optimiert/entklappert.

Der Hafen von Kristinehamn am Nordufer des Vänern, des größten Sees der Europäischen Union.
  • Entfernung: 269 km
  • Fahrzeit: 4:08 h
  • Durchschnittsgeschwindigkeit: 65 km/h
  • Durchschnittsverbrauch: 10,5 l/100 km

[051] Tag 010 – Single Track Road

Montag, 16. Juni 2025
Abschiedsblick über die E6 von meinem Stellplatz in der Dovrefjell Lodge

Um kurz vor 11 habe ich den Stellplatz auf der Dovrefjell Lodge verlassen und bin die E6 über Dombås zurückgefahren und bin ihr dann weiter gefolgt bis Vinstra, wo ich dann rechts nach Skåbu abgebogen bin. In Dalseter, welches scheinbar nur aus einem Hotel besteht, bog ich dann auf den „Peer-Gynt-Weg“ ab – eine mautpflichtige Privatstraße, die 60 km durch das Gudbrandsdalen (Gudbrandstal) führt.

Der westliche Einstieg zum Peer-Gynt-Weg

Warum Peer-Gynt-Weg? Angeblich ist es eine der schönsten Hochgebirgsstraßen Norwegens und der Name rührt von der Figur des Peer Gynt aus Henrik Ibsens Bühnendrama her, die sich in diesem Tal aufgehalten und gelebt haben soll.

Auf der Sand- und Schotterpiste kommt man nicht gerade schnell vorwärts – aber gelohnt hat es sich allemal. Unterwegs begegneten mir ein paar Schafe und sehr wenige Wohnmobile und Motorradfahrer – irritierend, denn die Straße lohnt sich wirklich zu fahren.

Mittagspause in der Mitte der ersten Hälfte des Peer-Gynt-Weges
Wir werden verfolgt. Bis die AI das Auto in der Kurve „verliert“ …
Der See Skjervungen am Peer-Gynt-Weg

Nachdem ich den Peer-Gynt-Weg verlassen habe, bin ich über Lillehammer weiter in Richtung Schweden gefahren.

Das Wood Hotel in Brumunddal

Eine halbe Stunde hinter Hamar habe ich auf dem Båntjennet rasteplass angehalten, mir etwas zu essen gemacht und dann eine ruhige Nacht verbracht.

  • Entfernung: 310 km
  • Fahrzeit: 5:23 h
  • Durchschnittsgeschwindigkeit: 55 km/h
  • Durchschnittsverbrauch: 10,7 l/100 km

[050] Tag 09 – Fahrt durch den Atlantik

Sonntag, 15. Juni 2025

Wie üblich: kurze Dusche, Frühstück und ab. Ulf empfahl mir einen Zwischenstopp im Bud-Kystmuseum – damit war die erste Etappe des Tages nicht ganz so lang, nämlich nur 4 Minuten und 1,4 km.

Stellplatz im Hafen Bud

Leider machte das Museum erst um 11:00 Uhr auf, da hätte ich noch über eine Stunde warten müssen. Also habe ich mir nur das offene Außengelände angeschaut. Das Bud Kystmuseum nutzt die denkmalgeschützten Reste der ehemaligen deutschen Heeres-Küstenbatterie 17./976.

Geschütz 15,5 cm gegen Seeziele. Reichweite ca. 17 km

Nach dem Spaziergang über die Außenanlagen des Museums fuhr ich weiter in Richtung Atlantikstraße. Dort angekommen parkte ich natürlich auf dem Parkplatz in der Nähe der bekannten Storseisund-Brücke.

Storseisund-Brücke

Weiter ging’s dann nach der Atlantikstraße auf die Fahrt zum Dovrefjell – die Fähre von Sølsnes nach Åfarnes war natürlich auch eine elektrische.

Bei Andalsnes am Trollvegen habe ich dann einen kurzen Zwischenstopp gemacht. Den Hintergrund zu diesem Rastplatz habe ich nichts wirklich verstanden – und was dieser nachgestellte deutsche Eisenbahnwagen sollte genausoweing.

was bedeutet – das?

Nach einiger Fahrzeit komme ich dann endlich an der Dovrefjell-Lodge an. Der Inhaber empfiehlt mir den Platz mit der besten Aussicht, den ich dann natürlich auch aufsuche. Von dort habe ich dann tatsächlich im Tal auffällige Punkte gesehen. Mit dem Fernglas kam dann die Bestätigung: Tatsächlich grasten dort Elche!

Stellplatz mit Aussicht – Dovfrefjell Lodge

Zwischendurch hat es dann noch heftig geregnet – und ebenso schnell wieder aufgehört. Pünktlich um 19:00 Uhr bin ich dann ins Restaurant der Lodge gegangen. Die abschließende beste Entscheidung des Tages 🙂

Elchelen
Es kann losgehen …
Vorspeise Räucherlachs
Rentier mit Kartoffelkuchen und Karottengemüse
Sorbet mit Baiser
  • Entfernung: 271 km
  • Fahrzeit: 4:14 h
  • Durchschnittsgeschwindigkeit: 64 km/h
  • Durchschnittsverbrauch: 11,7 l/100 km