Dienstag, der 10. Juni 2025
So langsam öffne ich die Augen – gut geschlafen – wie spät ist es? 7? halb 8?
NEIN: es ist 11:20! Großartig! Ich habe wirklich gut und lange geschlafen wie schon lange nicht mehr. Nach einer kurzen Dusche habe ich meinen Rucksack gepackt und mich auf den Weg zu einer kleinen Besichtigung von Mandal gemacht.

Mandal ist die südlichste Stadt Norwegens mit etwa 11.000 Einwohnern.

Vom Parkplatz mitten im Hafen ging ich über die Fußgängerbrücke zum Zentrum und von da weiter zur Treppe zum Aussichtspunkt Uranienborg. Bereits 1862 wurde dort ein Fernrohr installiert, die Deutschen haben den Felsen dann kräftig durchbohrt und im 2. Weltkrieg 3 Geschütze dort als Küstenschutz installiert. Heute hat die Stadt die am Fuße des Felsens liegenden Tunnel als Parkhaus in Betrieb.

Nach dem Besuch des Aussichtspunktes Uranienborg machte ich mich noch auf den direkt nebenan gelegenen Aussichtspunkt Kronheia, der aber nicht so spektakulär war – außer der Warnung, bitte aufzupassen, denn es geht ohne Sicherung seeehr schnell und steil bergab, wenn man nicht aufpasst.

Von dort ging es dann weiter zur Mandal Kirke, der größten Holzkirche Norwegens – auch wenn diese nur innen und außen mit Holz verkleidet ist, in der Basis aber eine Art Holzfachwerkbau mit Ziegelsteinfüllung ist.

Ein weiteres Superlativ ist das größte Kirchenschiff Norwegens – jetzt verstehe ich die Begriffe „Hauptschiff“, „Seitenschiff“ usw. endlich etwas besser 🙂

Auf dem Rückweg zu Yoda durchquerte ich ein paar weitere schöne Ecken von Mandal und machte noch einen Zwischenstopp im Rema1000, um für die nächsten Tage ein wenig mit Nahrungsmitteln versorgt zu sein.

Zurück beim Auto schaute ich nach dem Ziel für heute – nach den 3 langen Fahrtagen wollte ich es heute nicht übertreiben – zumal es bereits 17:30 war! Aber erstmal ein kleiner Snack – ein paar Scheiben des frisch gekauften Brotes belegt mit der leckeren Salami von Rack & Rüther und ein bisschen Käse von Edeka.

Das heutige Ziel setzte ich dann mit knapp 70 km nicht gar zu weit.

Auf dem Weg fiel mir auf der linken Straßenseite (ja, er ist wirklich immer auf der falschen Seite!) ein Biltema auf – aber tatsächlich war er diesmal trotzdem gut erreichbar. Also abgebogen und einen Parkplatz direkt beim Laden gefunden. Drin habe ich (damit nichts passiert) einen Radmutternschlüssel gekauft (meiner ist irgendwo im Umzugschaos in der Garage „verschwunden“. Beim Durchlaufen dann noch zwei Kunststoffdosen gefunden, die hoffentlich unten in das Gemüsefach des Kühlschranks passen. Dieses ist eine völlige Fehlkonstruktion: Dort steht immer Wasser, welches von der immer vereisten Rückwand oder Decke des Kühlschrankes abtropft und damit steht das Gemüse immer im Wasser. Toll.
Dann ging’s weiter zur Fedafjordbrücke, die vor 20 Jahren erbaut wurde und seither in etwa 50 m Höhe die zwei Tunnel der Küstenstraße E39 verbindet.

Von dort waren es dann nur noch knapp 2 km bis zum Stellplatz am Fedafjord – doch was war das? Da steht doch eine Bohrinsel auf der Straße? Die „Ocean GreatWhite“ ist eine der größten Ölbohrplattformen für schwere Bedingungen und momentan in der Werft „Green Yard Feda“ zur Routine-Inspektion und zu weiteren Equipment-Upgrades.

In Feda habe ich mich dann in die zweite Reihe des Stellplatzes gestellt – die erste war glücklicherweise bereits voll belegt und hat mir damit die Entscheidung, den höheren Preis für die erste Reihe zu investieren, abgenommen.

Nach dem gründlichen Putzen fast aller Scheiben (an die am Bett komme ich ohne Leiter nicht heran) habe ich noch ein wenig erledigt, wozu ich im Büro letzte Woche nicht kam und fing dann endlich an, die gestern angelegten Reise-Tagebuchseiten mit Inhalten zu füllen. Damit fiel irgendwie das Abendessen aus – und das, wo ich doch heute Mittag eingekauft habe!

- Entfernung: 57 km
- Fahrzeit: 1:04 h
- Durchschnittsgeschwindigkeit: 54 km/h
Wo ist das Anlegerbier bei deinen Einkäufen?
Ich habe Gin an Bord – da ist Bier nicht nötig 🙂