Archiv der Kategorie: Lange Reisen

[114] Tag 11 – SONNE!

Samstag, 9. Mai 2026

Heute hiess es Ausschlafen! Um etwa 8 Uhr bin ich im Sprinter unter die Dusche gesprungen und habe mich fertig gemacht. Nach dem obligatorischen Heißgetränk dann die Sprinter abreisefertig gemacht – Ulf hat sein Stromkabel eingesammelt, ich die Frischwasser-/Abwasser-Falttanks eingepackt.

Heißgetränk-Zubereitung auf dem Campingplatz Berunes

Dann sind wir gegen 10 Uhr aufgebrochen und nach Verlassen des Campingplatzes wieder auf die Ringstraße abgebogen.Fast perfektes Wetter heute – zwar immer noch etwas kalt und windig, aber perfekter blauer Himmel mit ein paar auflockernden Wölkchen – super!

Wir verlassen den Campingplatz und haben unser Ziel direkt voraus in Sicht – allerdings ist ein bisschen Wasser zwischen uns …

In Djúpivogur haben wir einen Stopp eingelegt, unsere Sprinter in der Nähe des Hafens auf einem riesigen freien Parkplatz abgestellt und die Gegend erkundet. Direkt im Hafen entlang der Hafenmauer befindet sich das Kunstwerk „Eggin í Gleðivík“. Warum das ausgerechnet im weniger hübschen Hafenbereich platziert wurde und nicht mehr in der Ortsmitte, erschliesst sich uns nicht. Es handelt sich um die überdimensionale Nachbildung von 34 Vogeleiern, die die 34 in der Umgebung nistenden Vogelarten darstellen.

Immer das gleiche schwarze Auto im Rückspiegel …

Vom Hafen aus verläuft der Fußweg zum Leuchtturm, der etwas vorgelagert auf Klippen thront. Der Fußweg startet an mehreren alten großen Blechsilos, welche nicht mehr in Betrieb sind. Eines davon ist über einen Fußweg gut zugänglich gemacht und mit relativ neuen Türgriffen versehen. Dunkel da drin – aber eine ganz eigentümliche Stimmung. Der Wind verursacht ein gewisses Singen und das Klopfen an die Blechwand macht interessante Geräusche und Echos.

In Djúpivogur auf dem Parkplatz

Der Weg zum Leuchtturm war alles andere als gut erkennbar und wir fühlten uns irgendwie falsch – es erweckte den Eindruck, als würden wir ein Vogelschutzgebiet durchschreiten und brütende Vögel stören. Wir brachen den Weg zum Leuchtturm dann vorzeitig ab. Anstatt dann auf dem von Gebäuden umschlossenen Parkplatz zu frühstücken, sind wir auf einen kleinen Rastplatz vor dem Ort gefahren und haben dort gemütlich unser Frühstück eingenommen.

Auf dem weiteren Weg zu unserem heutigen Campingplatz fielen links unterhalb der Straße auf einem Parkplatz stehende Vans auf – wo mehrere stehen wird vermutlich was Interessantes zu sehen sein. Wir sind da auf diesen Parkplatz abgebogen – recht steil ging’s runter. Dort angekommen haben wir die Kameras ausgepackt und sind ein bisschen auf Vogeljagd gegangen. Die Umgebung ist sooo spannend – die Berge im Hintergrund, der Strand, die Felsen und Felsformationen – Wahnsinn!

Am Strand sind wir dann einige Schritte bis zum anderen Ende gelaufen, in dem ein Fenster im Fels leuchtete und unsere Aufmerksamkeit auf sich zog. Auf dem Weg dorthin kamen wir an einem Mini-Rinnsal vorbei, welches einen kurzen Abschnitt der Steilküste in ein leuchtendes Moosgrün verwandelte.

Von dort aus haben wir dann die letzten Kilometer zum heutigen Campingplatz Stafafell Nature Park Camping zurückgelegt. Der Campingplatz ist ganz schön gelegen, weist allerdings aber kaum Annehmlichkeiten für nicht autarke Camper auf: Die Dusche ist in erbärmlichem Zustand sowohl was Sauberkeit als auch Funktion der Duschwand anbetrifft, die Gemeinschaftsküche hat den Namen kaum verdient, es handelt sich um eine halb offene Holzbaracke, die als Lagerplatz für allerlei Gerümpel dient und auf einem windschiefen Bord an der Rückwand einen gammeligen Zwei-Platten-Kocher beinhaltet.

Damit war die Entscheidung, bei mir im Sprinter zu kochen, schnell getroffen. Ulf hat Erbsen-Mais-Gemüse und Fischfrikadellen gemacht, ich habe die in Island am Mittwoch gekauften Tiefkühl-Pommes in die Heißluftfritteuse gepackt. Leider waren die Pommes offensichtlich nicht Heißluft-geeignet, jedenfalls sind sie trotz doppelter Garzeit nicht knusprig und lecker geworden. Schade.

Nach dem Essen haben wir uns so langsam auf den Weg ins Bett gemacht – ich noch mit ein paar Stunden Zwischenstopp am Rechner für den Reisebericht. Gute Nacht!

  • Entfernung: 104 km
  • Fahrzeit: 2:10 h
  • Durchschnittsgeschwindigkeit: 48 km/h
  • Durchschnittsverbrauch: 12,0 l/100 km

[113] Tag 10 – ab in die Sonne

Freitag, 8. Mai 2026

Nach dem späten zu-Bett-Gehen fiel mir das Aufstehen zum Vereinbarten Heissgetränk-Meeting um 8 Uhr recht schwer – aber ich habe es mit wenigen Minuten Verspätung dennoch hinbekommen. Die Umgebung und auch die Camping-Wiese sind über Nacht weiss geworden. Nicht dick überzogen, aber merklich mehr als gestern Abend.

Deutlich weisser als gestern Abend noch …

Wir haben die Stromkabel eingesammelt und uns abfahrbereit gemacht. Ziel: der Hengifossá. Wie wir am Vorabend feststellen mussten nicht zu verwechseln mit dem Hengifoss, dem nach seiner Fallhöhe vierthöchsten Wasserfall Islands. Aber auch wir müssen ja langsam in das Thema einsteigen, daher starten wir mit dem viel kleineren Hengifossá.

Parken in der Nähe des Hengifossá

Also ging es los und nach etwa 10 km Fahrt ging es links ab, noch etwa 3 km bis in eine etwas abgelegene Ferienhausansiedlung. Mangels ausgewiesenem Parkplatz haben wir uns an einem etwas breiteren Wegstück seitlich auf die Wiese gestellt und sind losgelaufen. Der Trampelpfad beginnt an einer kleinen Bachbrücke, die nur für Besucher des kleinen Wasserfalls dort errichtet wurde. Schade, dass man dabei die Parkplätze vergessen hat.

Ein weiterer „Toblerone®-Berg“ in der Umgebung des Hengifossá

Los ging es den Pfad entlang, bis wir nach etwa 15 Minuten Gehzeit den Wasserfall erreichten. Kleiner Wasserfall, kleiner Spaziergang. Bin ja mal gespannt, was uns am großen Bruder Hengifoss erwartet 🙂

Der Henifossá

Auch wenn dieser Wasserfall nicht riesig ist, ist gerade diese weniger laute, ruhige Stimmung abseits der Touristenströme etwas ganz Besonderes. Ohne dauernd über andere Menschen zu stolpern kann man sich hier alles ganz in Ruhe anschauen – die teils verschneite Landschaft rundum und den einsamen Wasserfall dazwischen – klasse!

Die Schlucht unterhalb des Wasserfalls

Nach dem Rückweg zu den Vans haben wir uns dann auf den Weg zum heutigen Ziel gemacht, das bedeutete zunächst auf der 92 durch die Norðfjarðargöng, einen knapp 8 km langen Straßentunnel zurückzufahren, denn in Neskaupstaður ist das Ende der Straße. Also alles wieder zurück, vorbei am Campingplatz in Reyðarfjörður, auf dem wir vorgestern übernachtet haben und ab dort weiter auf der Straße Nr. 1, der berühmten Ringstraße, die einmal um die ganze Insel führt. Auch südlich von Reyðarfjörður taucht die Straße in einen knapp 6 km langen Tunnel, die Fáskrúðsfjarðargöng.

Einfahrt in die Norðfjarðargöng – 8 km und Radfahrer erlaubt. Brutal schlechte, diesige Luft auf der gesamten Strecke.

Kurz hinter deren südlichem Ende schließt sich der Ort Fáskrúðsfjörður an, in dessen Yachthafen wir einen Parkplatz für unser Frühstück sowie Entsorgungsmöglichkeiten fanden.

Frühstückspause in Fáskrúðsfjörður

Der Ort schien aber weiter nicht interessant zu sein, so dass wir auf eine Besichtigung verzichteten und weiter in Richtung des heutigen Etappenzieles fuhren. Schon hinter dem letzten Tunnel fiel auf, dass die Schneegrenze im Vergleich zu dem Fjord bei Neskaupstaður deutlich nach oben gerutscht ist: es ist deutlich grüner.Dafür weht eine steife Brise aus Westen, die unsere Sprinter ganz ordentlich durchschüttelt.

Landschaft und Wetter ändern sich

Kurz vor Breiðdalsvik musste ich auf der Küstenstraße an einem Parkplatz anhalten, um die beeindruckende Kulisse in Ruhe zu betrachten und zu fotografieren.

Diese Felsformationen! Diese Küste!

Die letzten Kilometer bis zum Campingplatz in Beruneshaben wir dann schnell hinter uns gebracht. Dort angekommen haben wir die Sprinter kuschelig nebeneinander gestellt. Ich habe per Giesskanne 20 Liter Frischwasser gebunkert und das Grauwasser abgelassen.

Dann sind wir den kurzen Weg bis zum Meer gelaufen und sind dort ein wenig auf dem kurzen schwarzen Sandstrand gelaufen. Aufgrund des heftigen Windes machte das aber nicht wirklich Spaß – selbst das Atmen fiel teilweise etwas schwer aufgrund der hohen Windgeschwindigkeit und der frischen Temperatur.

schwarzer Strand

Ich habe mich dann ins gut beheizte Auto gesetzt und habe den heutigen Reisebericht angefangen zu schreiben, Angela hat gestrickt und Ulf hat das Abendessen geschnippelt. Dann sind wir in die Küche des Platzes gegangen, wo Ulf gekocht hat. Eine tolle Geräuschkulisse: Der extreme Wind hat immer wieder die Zweige und Äste gegen das Gebäude und insbesondere das Dach geschlagen – das hat geknallt!

Island. Wetter passt nicht? 5 Minuten warten!

Nach dem Essen haben wir dann bei mir im Sprinter noch zwei Runden Tutto gewürfelt. Ich habe mich dann noch an den Rest des heutigen Reiseberichtes gesetzt, die beiden sind unter die Dusche und dann ging’s ab ins Bett. Ein schöner Tag. Und jetzt windet es auch gar nicht mehr soooo arg!

tolle Abendstimmung vom Campingplatz aus.
  • Entfernung: 124 km
  • Fahrzeit: 2:33 h
  • Durchschnittsgeschwindigkeit: 48 km/h
  • Durchschnittsverbrauch: 0,0 l/100 km (Ob sich der Sprinter da wohl verrechnet hat?)

[112] Tag 9 – Vieles, was man hörte, stimmt

Donnerstag, 7. Mai 2026

Das Wichtigste nach den letzten drei Nächten auf der geschwätzigen Norröna war: Ausschlafen! Das haben wir an diesem Morgen alle gemacht und wirklich genossen. Das eigene Bett ist doch was Anderes als das auf der Fähre!

Heute wollen wir so langsam in den Urlaub einsteigen und die erste kleine Wasserfallwanderung starten. Wo machen wir das? Na klar, an der kleinen Sporthalle der Schule des Ortes Reyðarfjörður.

Die „kleine Sporthalle“ von Reyðarfjörður

Von der Halle folgten wir dem Weg ein wenig die Straße herunter und dann zum Bach. Dort führte ein schmaler Fußweg direkt an der kleinen Schlucht entlang bis zu einer kleinen Brücke, die wir überquerten. Der Weg entfernte sich dann ein wenig vom Bach und führte durch ständig wechselnde Landschaft – zunächst ein junges Bergkiefern- und Lärchenwäldchen, dann Strauch- und schließlich Grasland, alles auf sehr torfigem Untergrund.

Auf dem (Uma)Weg zum Wasserfalls

Dann ging’s oberhalb des Wasserfalls wieder über eine kleine Brücke und auf der anderen Seite des Bachs wieder bergab. Dann zeigte sich endlich der Wasserfall – nicht riesig, aber schön – und immer in dieser tollen Kulisse mit den schneebedeckten Bergen!

Wieder im Ort haben wir die Sprinter geentert und uns auf den Weg nach Neskaupstaður gemacht. Dort sollte es angeblich einen tollen Ausblick durch den Fjord auf den Atlantik geben – und einen offenen Campingplatz.

Der Wasserfall Búðararfoss

Auf dem Weg haben wir dann einen Zwischenstopp fürs Frühstück an einem tollen Aussichtspunkt gemacht.

Blick zum Atlantik

Gute 8 km ging es im Tunnel durch den Berg zum nächsten Fjord und dann waren wir bald auch schon in Neskaupstaður. Doch wo ist der Campingplatz? Zunächst sind wir der Beschilderung nachgefahren, die sich bald darauf verlor. Umgedreht erkannten wir, dass der Campingplatz gesperrt ist – diese Gerüchte lasen wir schon irgendwo online, dass im Zuge des Lawinenschutzbaus der Campingplatz ebenfalls überabeitet wird und so lange geschlossen ist. Eine weitere Suche nach offizieller Wegbeschreibung des Betreibers führte auf einen Feldweg. Manchmal sollte man Apple Maps einfach trauen – dort war der Ausweichpkatz korrekt verortet: ganz am Ortsende ist ein PKW-Parkplatz und davor ist eine große Wiese, die von der Stadt mit Stromanschlüssen ausgestattet wurde und als kostenloser Campingplatz genutzt werden darf. Am Parkplatz gibt es beheizte Toiletten.

Der kostenlose Campingplatz der Gemeinde Neskaupstaður

Wir haben unsere Vans dann in Windrichtung auf die Wiese gestellt, Strom angeschlossen und dann ein Heissgetränk genossen. Draußen schneit es und ist recht ungemütlich. Wollen wir wirklich nochmal raus zum Leuchtturm, der mindestens eine Gehminute entfernt ist? Ja, wir haben das Wagnis auf uns genommen. Und wie in jedem Reiseführer über Island zu lesen ist: Gefällt Dir das Wetter nicht, warte 5 Minuten! Und wirklich – das Wetter auf unserer folgenden kleinen Wanderung wurde so toll – eine traumhafte Lichtstimmung für viele Fotos.

Páskahellir

Dann ging’s einen ausgeschilderten Weg an der Küste entlang bis zu einem Uferabschnitt, der per Treppen erreichbar war und eine große Auswaschung des Ufers zeigte – wirklich beeindruckend, was das Wasser da aus dem Fels gewaschen hat!

Blick vom Páskahellir über die gegenüberliegende Landspitze in Richtung Osten auf den Atlantik

Wir haben die Ausblicke genossen und sahen dann am Horizont die Norröna in Richtung Färöer abdampfen. Zurück im Van haben wir eine Reispfanne mit Omelette gemacht und danach ging es ans Schreiben der letzten drei Tage Reisebericht. Jetzt ist es kurz nach 2 nachts und wir wollen um 8 Uhr aufbrechen. Ich muss dringend ins Bett 🙂

letzte Sonnenstrahlen über dem Campingplatz
  • Entfernung: 43 km
  • Fahrzeit: 1:09 h
  • Durchschnittsgeschwindigkeit: 37 km/h
  • Durchschnittsverbrauch: 12,5 l/100 km

[111] Tag 8 – Ankunft auf Island!

Mittwoch, 6. Mai 2026

Island kommt in Sicht – um kurz nach 7 morgens war ich an Deck. Warum so früh? Weil die Wand mich wieder so sehr besprochen hat, dass ich flüchten musste. Sehr weiss sieht es von weitem aus.

Island in Sicht!

Pünktlich kurz vor Ankunft setzte dann wieder Schneefall ein. Der Kapitän wies dann auch in seiner Abschiedsansprache darauf hin, dass die Straßen im Inland verschneit seien und wir entsprechend vorsichtig und angepasst fahren sollten.

Das Städtchen Seyðisfjörður

Im Unterschied zu den Fahrten mit der Stena Line wurde hier auf der Norröne schon kurz bevor wir angelegt hatten das Fahrzeugdeck geöffnet. Dadurch entspannte sich die Situation deutlich. Wir sind dann erst nach dem Anlagen zu den Kabinen gegangen, haben unsere Sachen genommen und zurück zu den Autos gegangen. Alles war gut – die Batterien noch ausreichend voll und die Kühlschränke problemlos durchgelaufen.

Dann erstmal notdürftig die Sachen verstaut und uns bereit gemacht, die Fähre zu verlassen. Da wir die letzten in der Reihe waren hat das Ganze ein wenig gedauert. Da es an dieser Stelle auf dem Fahrzeugdeck etwas eng zuging habe ich mir das Wenden erspart und bin die Schiffslänge rückwärts zur Rampe gefahren. Das ist definitiv bei einem „nur-Heckrampen-Schiff“ ein klein wenig weniger komfortabel als auf den Stena-Fähren, die Bug- und Heckrampen besitzen.

Sieht aus wie vor drei Tagen 🙂

Wir durften uns dann im Hafengebiet noch kurz aufreihen für die Pass- und Zollkontrolle, die allerdings die meisten Fahrzeuge einfach durchwinken – eine der Zöllnerinnen stand da kurzärmelig (zur Erinnerung: es hat geschneit!). Wir durften ebenfalls einfach durchfahren – prima!

Wir wollten gleich volltanken, haben aber aufgrund der langen Schlange an der Tankstelle entschieden, zunächst die knapp 30 km nach Egilsstaðir zu fahren und die ersten Einkäufe auf Island im Netto zu erledigen.

Wenig zu sehen – so wenig, dass die Kamera nicht scharfstellen konnte …

Der Weg nach Egilsstaðir führt über einen kleinen Pass – die Straße war im Wesentlichen geräumt, hatte aber einige verschneite Abschnitte und führte durch ein Winter-Wunderland.

Wir haben den Campingplatz auf Anordnung eröffnet – und sind zu diesem Zeitpunkt die einzigen dort.

Beim Netto angekommen waren wir doch ein wenig überrascht, dass die Preise zum Teil doch deutlich über den von uns gewohnten liegen.

Imposante Kulisse auf dem kleinen Spaziergang zum Ort

Da wir im Netto nicht alles Gewünschte bekommen hatten, sind wir 200 m weiter zum „Bonus“ Supermarkt gefahren. Der war zum Teil deutlich günstiger und hatte auch bessere Auswahl. Da haben wir dann die restlichen Dinge gekauft und suchten direkt vor dem Laden die Tankstelle auf. Normalerweise ist Island in Bezug auf Kraftstoffpreise recht führend in Europa – doch hier haben wir jetzt für umgerechnet 1,80 €/l getankt – an dem Tag lagen die Preise Zuhause bei etwa 2 €/l.

Blick über den kleinen See, den dahinter liegenden Campingplatz in Richtung Landesinneres.

Wir sind dann weiter nach Reyðarfjörður auf den dortigen Campingplatz gefahren, auf dem bereits ein deutscher Camper stand. Wie wir feststellten auf dem einzigen nicht abgesperrten Stellplatz und an einer Stromsäule. Allerdings hatte er so geparkt, dass wir uns nicht herankuscheln konnten.

Die erste selbstgemachte heiße Schokolade im Urlaub

Im Häuschen fanden sich Toiletten, Duschen, ein Gemeinschaftsraum mit Küchenzeile und ein Waschraum. Im Aushang war beschrieben, wie zu buchen ist – via Website. Allerdings waren alle weiteren Stellplätze mit einer Leine abgesperrt. Ich habe dann unter der angegebenen Telefonnummer angerufen und gefragt, ob wir übernachten dürfen und bekam zur Antwort, dass der Platz geöffnet sei. Von der Absperrung wusste sie nichts, daher haben wir sie auf Ihren Hinweis hin entfernt und uns einen halbwegs ebenen Platz mit Stromsäule gesichert.

Abendlicher Blick um 20:15 vom Campingplatz aus

Ein Spaziergang in den nahegelegenen Ort brachte uns viele neue Eindrücke der Gegend und eine Landkarte von Island aus dem örtlichen Angel- und Freizeitshop.

Die kleine Holzkirche – sie war offen, beheizt, beleuchtet – klasse!

In der Küche haben wir dann unser Abendessen zubereitet und es kamen immer mehr Camper hinzu, die allesamt Probleme mit dem Buchen des Platzes hatte, der sich aber immer weiter füllte.

Wow 🙂

Nach dem Essen haben wir einen kleinen Verdauungspaziergang zu der interessanten kleinen Holzkirche oberhalb des Campingplatzes und noch weiter nach oben gemacht.

Es wurde voller …
  • Entfernung: 59 km
  • Fahrzeit: 1:37 h
  • Durchschnittsgeschwindigkeit: 36 km/h
  • Durchschnittsverbrauch: 15,4 l/100 km

[110] Tag 7 – Zu den Färöern

Dienstag, 5. Mai 2026

Das frühe Aufstehen fiel heute nicht schwer, da die Kabinenwand wieder sehr mitteilsam war.

Um kurz nach 6 Uhr morgens kommen die Färöer in Sicht – also ab auf Deck! Die Färöer zeigen sich dem Schiffbrüchigen recht trutzig, denn sie fallen sehr steil zum Wasser ab – zum Glück gehören wir nicht zu den Betroffenen 😉

Färöer in Sicht und kräftig mit Schnee gepudert

Es ist frisch, die Berge zeigen ab etwa 100 m Höhe über dem Meer Schnee – na, das wird ja was werden!

Blick beim Anlegen auf das Regierungsviertel der Färöer

Pünktlich um 7:30 legen wir in Tórshavn an und bewegen uns so langsam zum Anleger und verlassen das Schiff zu Fuß. Wir machen einen kleinen Rundgang, den wir direkt neben dem Hafen im Regierungsviertel starten. Da können sich die deutschen Regierungsgebäude eine Scheibe abschneiden – die Färöer haben ihre Ministerien in wunderschönen alten Häusern angesiedelt.

Sethusini im Regierungsviertel in Tórshavn

Nach dem Regierungsviertel gehen wir über den Hafen und den Universitätscampus zur Vesturkirkjan, einer 1975 geweihten Kirche in Tórshavn, die mit ihren knapp 41 m Höhe das höchste Gebäude des Landes ist.

Die Vesturkirkjan ist das Dreieck knapp links neben der Mitte

Nun hatten wir vor, uns ein Café zu suchen, doch leider sind die in Tórshavn nicht auf die Touristen der Norröna eingestellt. Das einzige um 9:00 Uhr offene Café war bereits übervoll, als wir um 9:05 dort ankamen.

Also zurück zum Schiff und dort in der Panoramabar auf dem obersten Deck ein Heissgetränk zu uns genommen. Danach noch kurz einen kleinen Spaziergang zur angrenzenden Festungsanlage und dem Leuchtturm genommen, bevor es durch das angrenzende Stadtviertel zurück an Bord ging.

Ballermänner aus dem 18. und 19. Jahrhundert – die Engländer ergänzten das dann im zweiten Weltkrieg mit zwei Schiffsgeschützen eine Etage tiefer.

Um 13:00 Uhr legte die Norröna dann wieder ab – die letzte Etappe der Reise nach Island startete. Der Kapitän begrüßte die neu hinzugekommenen Fahrgäste und erläuterte kurz den kommenden Teil der Reise mit den zu erwartenden Bedingungen: bis zu 3,5 m Welle und 4-6 Windstärken.

Auch auf den Färöern gibt’s einen Toblerone-Berg

Wir fuhren nach dem Ablegen dann etwa 2 Stunden durch die Färöer Inseln – eine sagenhafte und sich ständig wandelnde Kulisse. Kaum aus den Inseln rausgefahren merken wir den stärkeren Seegang – und eine steife Brise.

Alle paar Minuten eine neue sagenhafte Aussicht

Ein kleiner Mittagsschlaf und ich wache gerade rechtzeitig für das Abendbuffet im Restaurant auf. Das war wieder sehr lecker – glücklicherweise habe ich mich diesmal etwas zurückgehalten und habe mich nicht so überfressen gefühlt wie gestern.

… blauen Himmel gab’s auch!

Nach dem Absacker gab’s noch einen Absacken auf der Kabine von Angela und Ulf – und dann ging’s ab ins Bett.

Der Seegang zeigt sich so langsam

[109] Tag 6 – auf See

Montag, 4. Mai 2026

Die Nacht. Lang. Wenig geschlafen. Seekrank? Nein. Wellen? Ja. 3 m sagte der Kapitän. Das Schiff schwankte. Schlimm? Nein. Aber die Kabinenwand direkt am Kopfende des Bettes wollte sich mitteilen. Dauerhaft. Ohne Unterlass. Ich habe gefühlt kein Auge zugetan. Aus purer Erschöpfung irgendwann doch – aber das war alles andere als erholsam.

Die Wand spricht zu mir

Morgens gegen 10 sind wir bei bestem Wetter durch ein großes Öl- und Gasfeld in der Nordsee zwischen etlichen Bohrplattformen hindurchgefahren.

Bohrplattform

Gegen 17 Uhr kamen dann die Shetland-Inseln in Sicht – und erstaunlicherweise hatten wir schon gute 30 km vor den Inseln wieder Mobilfunk inkl. Datenübertragung.

Shetland Inseln

Um 17:30 saßen wir dann im Restaurant Skansagarður mit schöner Aussicht nach achtern. Dort genossen wir das gute Buffet – und überfraßen uns ein wenig. Ich musste danach direkt ins Bett – und die Wand hat wieder zu mir gesprochen 🙁

Shetlands

[108] Tag 5 – Die Fähre kommt!

Sonntag, 3. Mai 2026

Ausschlafen – aber nicht zu lang, denn wir wollen pünktlich auf der Fähre sein.

Also nach einem Kaffee und Wässerchen ab nach Hirtshals! Auf dem Weg noch kurz tanken und dann weiter zum Hafen. Auf dem Weg durch Hirtshals konnten wir einen ersten Blick auf die einlaufende Norröna werfen: Mit 150 m Länge etwa 100 m kürzer als die bekannten Schweden-Fähren Stena Germanica und Stena Scandinavica, aber in etwa genauso hoch und breit.

Auch solche Kleinwagen machen sich neben vielen Reisemobilen auf den Weg nach Island. Dieser Kollege hier verließ die Fähre dann allerdings schon auf den Färöern.

Nach etwas Wartezeit ging es problemlos durch den Check-In und in die Warteschlangen vor der Verladung. Wir durften recht lange warten und wurden dann quasi ganz ans Ende des Fahrzeugdecks gelotst, wo wir uns dann rückwärts auf die letzten beiden Stellplätze einsortieren durften – direkt neben dem Treppenhaus zu den Kabinen.

Ab auf die Norröna!

Dann schnell noch die letzten Sachen inkl. Frühstückverpflegung eingepackt und auf geht’s zu unseren Kabinen.

Direkt neben dem Treppenhaus geparkt, welches praktischerweise sehr nah an unseren Kabinen vorbeiführte.

Diese schnell bezogen – wir hatten tatsächlich Kabinen direkt nebeneinander – und dann ab auf Deck 9, denn hier konnten wir die letzten Ladetätigkeiten und das Ablegen beobachten. Das dauerte länger als erwartet, denn wir legten erst gegen 14:00 Uhr statt wie angegeben 13:00 Uhr ab. Ob das dem Fahrplan entsprach oder nicht, haben wir nicht herausgefunden, denn auf dem Schiff gilt die färöische Zeit, die Deutschland eine Stunde hinterher hinkt.

Das Schiff scheint wirklich gut gepflegt zu sein – kaum Rost, offensichtliche Kleinigkeiten werden schnell instand gesetzt.

Nach einem kurzen Mittagsschläfchen haben wir erneut das Schiff erkundet und sind dann zu mir in die Kabine zu einem kleinen Abendsnack. Dann ab ins Bett.

Der Sonne entgegen … (Sonntagabend, 21:03)

Horror …
… den ich morgen beschreibe 🙂

  • Entfernung: 34 km
  • Fahrzeit: 43 min
  • Durchschnittsgeschwindigkeit: 48 km/h
  • Durchschnittsverbrauch: nicht abgelesen 🙁

[107] Tag 4 – Auf zur dänischen Küste!

Samstag, 2. Mai 2026

Nach dem Aufstehen habe ich kurz geduscht und dann haben wir uns auf den Weg in Richtung Hirtshals gemacht.

Kurze Rast

Angela hatte dann einen günstigen Naturcampingplatz in der Nähe der Küste gefunden, den wir buchten und anfuhren. Nix Besonderes, aber eine große Wiese mit Stromanschlüssen und nur ca. 15 Minuten Spaziergang zur Nordsee.

Dies hatten wir dann auch gemacht – beeindruckend steile Sandklippen gehen da an den Strand – und unten liegen einige riesige Betonklötze: Abgestürzte Bunker vom sogenannten „Atlantikwall“ aus dem zweiten Weltkrieg. Außer dass sie zumeist auf dem Kopf lagen: nahezu unversehrt.

Küste bei Løkken

Auf dem Rückweg zum Campingplatz hat es dann angefangen zu regnen – wie praktisch, dass wir alle unsere Fleece-Jacken anhatten!

Nach dem Essen in meinem Sprinter (das Wetter war weiterhin zu schlecht und der Campingplatz hatte keinen geeigneten Aufenhaltsraum) ging es dann ins Bett.

  • Entfernung: 400 km
  • Fahrzeit: 6:01 h
  • Durchschnittsgeschwindigkeit: 67 km/h
  • Durchschnittsverbrauch: 9,2 l/100 km

[106] Tag 3 – Zusammentreffen mit der Crew

Freitag, 1. Mai 2026

Wir hatten unser Zusammentreffen für 12:30 auf der Raststätte Großenmoor Ost an der A7 verabredet. Also habe ich erstmal ausgeschlafen – das war dringend nötig nach den Tagen ohne viel Schlaf. Dann gemütlich im Sprinter geduscht, gefrühstückt und noch ein bisschen Klamotten verräumt – die ich in den nächsten Tagen garantiert nicht auf Anhieb wiederfinden werde.

Dann habe ich den Stellplatz bezahlt – inkl. Wasser und Strom (den ich nicht genutzt habe) habe ich 16,40 € bezahlt. Für diesen schön gelegenen Platz absolut in Ordnung!

Es ist vor 12:00 Uhr – schauen wir doch mal nach den Spritpreisen! Tatsächlich ist eine BayWa-Tankstelle in Hünfeld nur 8 km weg, die heute den Diesel für „nur“ 2,009 € anbietet. Danke, Donald! Lohnt es sich, die 16 km zusätzlich zu fahren oder tanke ich an der Raststätte? Dort kostet der Sprit 2,509 € – ich muss also nicht mal rechnen.

Ein wahres Schnäppchen zu Zeiten Donald Trumps.

Also ab zur BayWa und dort für 90,57 € genau 45,5 l Diesel getankt. Dank ryd-App waren es am Ende dann sogar nur 1,999 € pro Liter.

Um kurz nach 12 habe ich mich dann auf der Raststätte mit Angela und Ulf getroffen. Die beiden haben dann kurz ein Brot zum Frühstück gefuttert, während ich versuchte, Fehler mittels des „Carly“-OBD-Adapters aus Ulfs Sprinter zu löschen – leider erfolglos.

Dann ging’s weiter nach Norden – bis auf einen kurzen Stau erfreulich problemlos sogar durch Hamburg durch bis nach Rendsburg, wo wir auf dem städtischen Wohnmobilstellplatz um etwa 19:00 Uhr noch zwei der letzten Plätze bekommen haben.

Der kleine Sprinter trifft seinen großen Bruder

Die Plätze am Nord-Ostsee-Kanal (NOK) waren zu dieser Zeit schon lange ausgebucht.

Angekommen auf dem Stellplatz haben wir in der Sonne unter einem Bäumchen etwas zu Abend gegessen und sind dann Richtung NOK gelaufen. Etwa 40 Minuten Fußweg später waren wir an der Rendsburger Hochbrücke und Schwebefähre angekommen.

auf der Schwebefähre unter der Rendsburger Hochbrücke

Diese Fähre haben wir genutzt, um den Kanal zu queren und auf der anderen Seite zurückzulaufen bis zum Fußgängertunnel und durch diesen wieder zurück zum Stellplatz. Der kleine Spaziergang tat gut nach dem ganzen Tag Sitzen.

Irre lange Rolltreppen zum Fußgängertunnel

Jetzt noch im Sprinter ein wenig Reiseblog schreiben und dann ab ins Bett.

  • Entfernung: 488 km
  • Fahrzeit: 6:17 h
  • Durchschnittsgeschwindigkeit: 78 km/h
  • Durchschnittsverbrauch: 10,3 l/100 km

[105] Tag 2 – die Etappen werden länger …

Donnerstag, 30. April 2026

Das Aufwachen gestaltete sich dann etwas schwieriger, so dass ich erst gegen halb acht meinen Rechner anmachte. War aber zu faul reinzulaufen und habe erstmal „Camper-Office“ gemacht. Für Telefonkonferenzen muss ich nicht unbedingt im Büro sitzen.

Gegen halb elf bin ich dann ins Büro, mit den Kollegen letzte Urlaubsabsprachen getroffen und machte ich mich um etwa 12:30 auf den Weg – zunächst wieder nach Warmbronn, denn GLS hat mir gerade noch rechtzeitig zwei Alu-Flachprofile geliefert, die ich noch in meinen Sprinter einbauen will – doch dazu später!

Paket abholen beim GLS-Shop und Lieblings-Getränkehändler Marco Piastowski in Warmbronn

Dann bin ich weiter nach Weilimdorf, Nadine noch ein paar Sachen übergeben und mich in den Urlaub verabschieden. Schön, Dich noch einmal kurz vor dem Urlaub gesehen zu haben!

Weiter ging’s nach Obertshausen, dort just in Time bei Carola gegenüber geparkt, zum Bahnhof gelaufen und drei Minuten später in die S-Bahn eingestiegen und 10 Minuten später nur eine Minute verspätet beim Notar eingelaufen, um eine Vollmacht vorgelesen zu bekommen und zu unterschreiben. Halbe Stunde später wieder in der S-Bahn zurück nach Obertshausen gesessen und mich dort dann noch von Carola und Jürgen in den Urlaub verabschiedet.

Gaaaaanz prima gemacht, liebe Stadt Obertshausen. Anstatt ein Übernachtungsverbot am Friedhofsparkplatz in Obertshausen auszusprechen habt ihr eine Höhenbegrenzung montiert. Mir sind im Umkreis keine legalen Parkplätze bekannt. Also stehe ich hier in der Sackgasse neben dem Friedhof, um das Grab meines Vaters zu besuchen. Danke für nichts.

Weiter ging’s um kurz nach 18 Uhr über den Neuen Friedhof in Obertshausen zum Knaus Wohnmobilhafen in Hünfeld. Dort ist direkt neben dem Campingplatz ein kleiner Stellplatz halb im Wald an einem Fischteich. Schön und ruhig gelegen – klasse!

Nach dem Ver- und Entsorgen von Frisch- und Grauwasser sowie Entsorgen von Müll habe ich dann einen kleinen Spaziergang um die Fischteiche gemacht und mich dann nach einem kleinen Nudel-Abendessen ins Bett gelegt. Gute Nacht!

Fischteich am Stellplatz
  • Entfernung: 346 km
  • Fahrzeit: 5:46 h
  • Durchschnittsgeschwindigkeit: 60 km/h
  • Durchschnittsverbrauch: 10,4 l/100 km