Nach dem gestrigen Tag, an dem wir mit viel Glück Puffins im Sonnenschein beobachten durften haben wir es heute etwas gemütlicher angehen lassen. Gegen 9:30 haben wir uns zu Fuß in Richtung Strand aufgemacht und haben dann ein wenig den Anblick von Strand und Wellen genossen, bevor wir wieder zurück zum Campingplatz gelaufen sind und uns mit den Sprintern auf den Weg machten.
Einen kurzen Stopp legten wir am Wrack der „BA 64 Garðar“ ein. Hierbei handelt es sich um das erste durch Island eingesetzte Stahlschiff. 1912 in Norwegen mit Dampfmaschinen und Masten für Segel erbaut diente als „Globe IV“ als Walfänger. Sie wurde mehrfach verkauft und umbenannt und landete schließlich 1950 in Island. Aufgrund der Restriktionen im Walfang diente sie dann bis zur Außerdienststellung 1981 im Heringsfang. Sie wurde dann als Erinnerung an die früheren Fischerei-Zeiten an Land gesetzt.
Die BA 64 Garðar
Weiter ging es um den Fjord nach Patreksfjörður, wo wir im Hafen unsere Frühstückspause einlegten. Anschließend machten wir einen kleinen Spaziergang am Fischeriehafen-Kai entlang. Während unserer Frühstückspause hatte ein Stapler etliche Ladungsträger mit Eis an der Kaimauer bereitgestellt. Als wir auf dem Rückweg waren, legte ein kleiner Fischkutter an und man fing an, diesen zu entladen. Ulf kam mit dem einen Mitarbeiter ins Gespräch, der perfektes Englisch sprach und sich für unsere Herkunft interessierte. Long Story short: Er schenkte uns einen der frisch gefangenen Dorsche, die normalerweise per LKW auf den Fischmarkt nach Reykjavik transportiert werden.
Der geschenkte Dorsch
Wo gibt’s denn sowas? Sagenhaft!
Ein glücklicher Küchenchef – heute gibt’s fangfrischen Fisch!
Wir sind dann nach Tálknafjörður weitergefahren und haben uns auf dem dortigen Campingplatz hinter dem Schwimmbad einquartiert.
Glückliche Esser
Ulf hat sich dann des Dorschs angenommen und ihn fachgerecht filetiert. Er hat ihn dann mit einer leckeren Panade zubereitet – dazu gab es gebratene Zwiebeln und Pommes.
Gegen 10 Uhr haben wir den wunderschönen Platz verlassen – leider hatte es ein wenig genieselt und der Himmel sieht gar nicht so freundlich aus wie er sich gestern Abend zeigte. Aber was soll’s – wir mussten ja weiter!
Verabschiedung vom Campingplatz Rauðsdalur
Zunächst fuhren wir westlich am Südufer der Westfjorde entlang, bis wir die Straße wechselten und uns ein wenig nördlich bewegten. Kurz vor dem nördlichen Ufer der Landung zeigte sich das Wetter von besserer Seite.
Das Wetter bessert sich
Auf dem kleinen Pass über den Rücken der Landzunge haben wir an einem kleinen Parkplatz angehalten, der zu Ehren der Bauarbeiter der Straße von ebendiesen angelegt wurde.
Auf dem Parkplatz der Passstraße
Langsam kamen wir dann wieder ans Wasser und wir fuhren am südlichen Ufer des Patreksfjörður nach Westen.
Angela hatte einen kleinen Frühstücksplatz etwas abseits der Hauptroute entdeckt, den wir angesteuert haben. Irgendwann – so nach etwa 10 m – ging der Straße dann der Asphalt aus – ein Vorbote auf Schlimmeres?! Aber das Wetter wurde immer besser! Die Straße wurde immer anspruchsvoller und enger – als der LKW entgegenkam oder wir an der großen Baumaschine vorbei mussten wurde dies deutlich merkbar.
Road under Construction
Vor der kleinen Kirche in der Nähe des gigantischen Sandstrandes Rauðasandur haben wir dann unser Frühstück eingenommen.
Da wir die 12 km Rüttelpiste wieder zurück fahren mussten und noch in das Hnjótur-Museum wollten, entschieden wir uns gegen den Spaziergang zum Strand und machten uns mit den Sprintern auf den Weg.
Blick in Richtung Rauðasandur
Also wieder zurück auf die Sandpiste und in Richtung Museum – auf dem Weg immer wieder beeindruckende Aussichten.
Rückfahrt von der Frühstückspause
Am Museum angekommen konnte man zunächst nicht recht entscheiden, ob man nicht doch auf einem Schrottplatz angekommen war, doch dazu später. Im Museum selbst gibt es viele Exponate aus der Vergangenheit der Westfjorde, insbesondere aus dem Haupterwerb, der Fischerei. Angeln, Harpunen, Gewehre und allerlei sonstiges Fischereigut sowie eine Sammlung von früheren Haushaltsgegenständen, Näh- und Strickmaschinen usw. Ein buntes, aber durchaus interessantes Sammelsurium.
Die DC 3 der United States Navy
Im anderen Raum dann eine interessante Ausstellung zur Rettung der Besatzung des britischen Trawlers Dhoon, der am 12. Dezember 1947 vor Látrabjarg gestrandet war. Dramatisch, wie sich damals die Retter, allesamt Landwirte und -wirtinnen aus der Gegend, die 80 m hohen Klippen abseilten, um die Schiffsbesatzung im kalten Wintersturm zu retten.
Der Museumsgründer Egill Olafsson hatte scheinbar nicht nur Interesse an der Fischerei und Farmwirtschaft, sondern auch an der Fliegerei – so sammelte er auch dazu Gegenstände. Es stehen unter anderem ein Mercedes-Benz Kurzhauber der Icelandair dort und eine Douglas DC 3 der United States Navy.
Der Kurzhauber …
Weiter ging es dann zu unserem heutigen Campingplatz – weitere 12 km unbefestigte Straße, für die wir 23 Minuten benötigten.
Da ist er, der Campingplatz
Der Platz ist toll gelegen, das namengebende Hotel Breidavik schon etwas in die Jahre gekommen. Platz, Küche und Aufenthaltsraum waren okay. Empfehlung anderer Reisender: Schaut Euch den Vogelfelsen Látrabjarg am späteren Abend an – da ist die Wahrscheinlichkeit am höchsten.
Campingplatz und Hotel Breidavik
Also haben wir erst etwas gegessen und sind dann um 18:50 aufgebrochen. Ich machte den Vorschlag, zusammen zu fahren – es gab ja keinen Grund, mit beiden Autos die Strecke zu fahren. Also bin ich mit meinen 4 eingetragenen Sitzplätzen gefahren und es war … Horror!
Foto von der Rückfahrt – da war ich schon etwas entspannter. Auf der Hinfahrt saß ich als hypnotisiertes Kaninchen hinterm Steuer und dachte nicht im Entferntesten daran, Fotos zu machen.
Die Strecke bis Ásgarður war schlechte Sand- und Steinpiste – sehr holperig, aber fahrbar. Bei Ásgarður wurde die Straße wohl instandgesetzt und alle Fahrzeuge über eine Umleitung geschickt. Die hatte es in sich: Es wurde eine provisorische Fahrbahn errichtet – nicht aus Schotter sondern eher aus Felsbrocken. Eisenbahnschotter bestünde aus Sandkörnern im Vergleich. Unglaublich. Wir haben es dann aber doch noch die 13 km bis zum Parkplatz am Vogelfelsen Látrabjarg geschafft. Im 35 Minuten! Was wir allerdings dort sahen, entschädigte für das Gerüttel und Geschaukel.
Die meisten gingen vom Parkplatz aus gleich in die Höhe – Angela jedoch ging mehr oder weniger ebenerdig in die entgegengesetzte Richtung zur Klippe und rief: „schaut mal!“. HURRA! Papageientaucher – Puffins! Sind die tapsig! Und sie sind überhaupt nicht scheu und wir waren teilweise keine 3 m von Ihnen weg. Die putzigen Tierchen bauen sich Höhlen in der Erde unter der Grasnarbe über der Felsklippe und tapsen immer wieder heraus, um sich zu sonnen. Ach ja: das Wetter war großartig für unsere Vogelbeobachtungstour. Relativ tiefsehende Sonne, blauer Himmel, ein bisschen Wind.
Weiter oben auf den Klippen am eigentlichen Vogelfelsen dann hunderte oder sogar tausende Vögel – hauptsächlich Tordalken. Wahnsinn, wie dicht gedrängt da gebrütet wird und wie viele Vögel da durcheinander fliegen!
Parkplatz am Vogelfelsen Látrabjarg
Glücklich haben wir um 20:55 den Rückweg angetreten und waren um 21:40 wieder am Campingplatz. Diesmal habe ich mir noch etwas mehr Zeit gelassen und auf dem übelsten Schotterstück hatten wir Gegenverkehr. Da es in diesem Abschnitt mehr oder weniger einspurig war, habe ich am Anfang gewartet, bis der PKW durch war – ich hatte keine Lust, bei den Bedingungen auch noch rückwärts fahren zu müssen.
Zur abschließenden Beruhigung saßen wir noch ein paar Minuten zusammen und tranken einen leckeren Absacker.
Wie angekündigt sind wir etwas früher losgezogen, um ausreichend Zeit für eine entspannte Fahrt zur Fähre zu haben, die wir im Þingvellir-Nationalpark bereits gebucht hatten. So haben wir uns also um 8:15 auf den Weg gemacht – etwa 172 km lagen vor uns.
Hvalfjörður
Unterwegs haben wir die Sprinter noch einmal aufgetankt – wir sehen zu, die Tanks nie leerer als „halb“ zu fahren. Ansonsten verlief die Fahrt weitgehend ereignislos – aber durch tolle Landschaften, die sich immer wieder überraschend änderten.
Der 406 m hohe Horn hinter dem See Baulárvallavatn
Ein paar Kilometer vor Stykkishólmur haben wir noch unsere Frühstückspause eingelegt, weil wir uns nicht sicher waren, ob wir die während der Überfahrt in den Sprintern einnehmen können oder nicht. Spoiler: Gute Entscheidung – wie bei den „großen“ Fähren ist das Fahrzeugdeck auf der Baldur während der Überfahrt gesperrt.
Nach dem Frühstück sind wir dann zum Fähranleger gefahren. Obwohl wir ziemlich genau eine Stunde vor Abfahrt am Anleger waren, war die Schlange schon recht voll und es kamen nicht mehr sooo viele nach uns. Nach Kontrolle unserer Online-Tickets konnten wir an Bord fahren und knappe 45 Minuten später ging es dann sehr pünktlich los. Bei bestem Wetter fuhren wir zunächst zwischen den vielen kleinen Inseln durch bis die See offener wurde. Etwa 1:30 Stunden benötigte die Fähre bis zum Zwischenziel Flatey, der einzigen mit ca. 10 gemeldeten Einwohnern im Jahr 2011 noch spärlich ganzjährig bewohnten Insel im Breiðafjörður.
Nach dem kurzen Stopp, bei dem eine Gruppe Touristen das Boot verließen und eine Kiste mit Tauchutensilien für Sporttaucher abgeladen wurde ging es schnell weiter auf die verbleibende einstündige Reise zu den Westfjorden.
Dort angekommen sind wir gleich rechts abgebogen zu einer Thermalquelle namens Hellulaug. Da wir nicht alleine darin lagen, habe ich keine Fotos gemacht. War aber wirklich eine tolle Erfahrung: ein relativ tiefer Pool ganz aus Fels kurz oberhalb des Strandes mit direktem Blick aufs Meer. Als wir drin waren hat es leicht genieselt. Witzig.
Hellulaug Thermalquelle liegt hinter der Kante. Die drei Mädels aus Edinburgh schienen nicht unzufrieden, dass wir uns dazugesellten, denn die beiden Russen (?!) waren wenig zurückhaltend …
Von dort aus sind wir wieder zurückgefahren, am Fähranleger vorbei bis an die Südküste der Westfjorde zum Rauðsdalur Campingplatz. Dieser bot außer Toiletten und Tisch-/Bankgarnituren nur eins – eine grandiose Umgebung. Der Campinglatz selbst eine frisch-grüne riesige Wiese mit saften Wellen, im Rücken die Felswände der Westfjorde-Südküste und vor uns das Meer. Sa-gen-haft!
Natürlich kam passend dazu noch die Sonne heraus und wir konnten draußen kochen – also Ulf kochte und wir reichten zu, so weit wir konnten. Gute Nacht 🙂
Hier noch ein kleiner Zeitraffer der folgenden Nacht von ca. 20:00 bis 9:00:
Wir haben uns mit dem Aufstehen und Losfahren Zeit gelassen, denn bis Reykjavik ist es nicht weit, aber der gebuchte Campingplatz öffnet für uns erst um 13 Uhr. Also fahren wir erst nach 10 Uhr los und kommen nach kurzer Fahrt an den Parkplätzen der gestern erwanderten Sehenswürdigkeiten vorbei. Alles bereits voll mit weißen Mietwagen.
Ein Haufen Mietwagen auf dem Parkplatz zur Almannagjá
Auf dem Campingplatz haben wir uns dann in der uns zugedachten Reihe „länger als 5 m“ zwei Plätze gesucht und da ein Stromanschluss zur Zwangsbuchung gehörte haben wir uns dann auch gleich eingesteckt. Dann ab in die Klamotten und in die Stadt, die vom Campingplatz aus nicht den allerbesten Eindruck machte: In unmittelbarer Nähe einer heruntergekommenen Tribüne des Schwimm- und Thermalbades ging unser Spaziergang in die Stadt los.
„Waterfront“ Reykjavik
Am Wasser angekommen besserte sich der Eindruck nur bedingt: So wahnsinnig schön sieht die Stadt nicht aus. Weiter ging’s dann bis zur Harpa, dem 2011 eröffneten Opern- und Konzerthaus. Dieses Gebäude ist wirklich beeindruckend – obwohl schon 15 Jahre alt wirkt es immer noch sehr modern, im Inneren sehr schwarz gehalten aber durch die Glasfassade trotzdem ausreichend hell.
Befremdlich für uns die vielen Verkleideten Gruppen von Leuten – nicht nur hier drin sondern in der ganzen Stadt. Vom Konzerthaus gingen wir dann weiter durch den Hafen mit ein paar Museumsschiffen zur alten Markthalle – darin befindet sich nun allerdings nur noch ein – durchaus schöner – Foodcourt mit 5 oder 6 verschiedenen Anbietern. Allerdings enttäuschend, wenn sich der unvorbereitete Besucher etwas Anderes erwartet hatte 😉
Skulptur Sólfarið (Sonnenfahrt) unweit des Harpa
Durch den Food-Court angefixt machten wir uns auf die Suche nach „dem“ legendären besten Hotdog der Welt, den es angeblich am Stand bei Bæjarins Beztu Pylsur gibt. Zumindest standen nicht ausschließlich Touristen in der Schlange an. Ob es der beste Hotdog ist? Hmmm.
Schlange am Hot-Dog-Stand
Was ich bisher nicht gesehen habe ist die Geschwindigkeit, in der die Jungs den Hotdog bestehend aus lokaler Wurst mit Lamm-, Rind- und Schweinefleisch, Röstzwiebeln, frischen Zwiebeln, Ketchup, süßem Senf und Remouladensoße zusammenbauen. Geschmacklich war das Ding okay, aber auch nicht der Brüller.
Trotz Hotdog _kein_ Zerfallsprodukt!
Also dann weiter bei leichtem Nieseln durch die „Rainbow Street“ genannte Skólavörðustígur in Richtung Hallgrímskirkja vorbei an einem Souvenirladen neben dem anderen.
„Rainbow Street“
Die Frontseite der Kirche mit ihren Betonsäulen soll an die in Island häufig vorkommenden Basaltsäulen erinnern, die helle Farbe an die Gletscher. Im Inneren ist die Kirche recht nüchtern ausgestattet – bis auf die beeindruckende Orgel, die on Bonn hergestellt wurde. Die größten Pfeifen mit etwa 10 m Länge wirken riesig.
Die 1945 begonnene und erst 1986 fertig gebaute Hallgrímskirkja
Die Entscheidung zum Besuch des Kirchturms wurde uns abgenommen, da dieser geschlossen wurde.
Die riesige von der Bonner Manufaktur Klais im Jahr 1992
Also sind wir weiter auf den 59 m hohen Öskjuhlíð gelaufen, auf dem sich das Perlan, der Warmwasserspeicher von Reykjavik befindet, der die Stadt inkl. der beheizten Gehwege mit etwa 85 °C warmem Wasser versorgt – fünf von sechs noch in Betrieb befindlichen Tanks beinhalten jeweils bis zu 4 Mio. Liter Warmwasser.
Perlan mit den sechs Warmwasserspeichern
Die Wassertanks hat man dann teilweise von einer Glaskugel überdeckt (daher der Name Perlan – die Perle) und das isländische Museum der „Wunder von Island“ darin untergebracht. Es gibt wohl eine Gletscherhöhle aus echtem Gletschereis, eine Ausstellung zu den tektonischen Platten in Island (haben wir gestern im Þingvellir live gesehen), eine Nordlichtshow (die sahen wir live in Skandinavien), eine Nachbildung der Vogelfelsen von Látrabjarg (das steht bei uns noch auf der Liste der Reiseziele in Island) und ein paar andere Dinge. Hat uns insgesamt nicht wirklich interessiert – vielleicht gut geeignet für jemanden, der nur ein paar Stunden zwischen zwei Flügen hat und Island im Expressmodus erkunden will.
Also sind wir den Hügel auf anderem Weg wieder heruntergelaufen und haben den Weg in Richtung Campingplatz eingeschlagen.
Dort haben wir neben den Autos Essen gemacht, gegessen und sind dann recht früh ins Bett, denn wir wollten nicht zu spät los am nächsten Morgen, denn wir hatten eine Fährüberfahrt gebucht, zu der wir nicht zu spät kommen. sollten – doch dazu mehr morgen.
Um kurz nach 9 Uhr morgens machten wir uns auf den Weg vom Campingplatz zum etwa 40 Fahrminuten entfernten Gullfoss. was hier gleich auffällt: Der Parkplatz ist kostenlos!
Nachdem Ulf und ich die Expeditions“busse“ auf dem Parkplatz begutachtet und bestaunt hatten, machten wir uns über die gut ausgebauten Stege und Treppen auf den Weg zu den unteren Aussichtspunkten.
Recht beeindruckend, dieser Wasserfall, der größer als der Rheinfall ist, aber deutlich weniger Wasser führt (mittlere Wasserführung 109 m3 im Vergleich zu 373 m3 beim Rheinfall). Der Gullfoss mit seinen zwei fast senkrecht zueinander stehenden Stufen weist eine Breite von etwa 230 m im Gegensatz zu den 150 m des Rheinfall auf bei einer Fallhöhe von 11 m und 21 m (Rheinfall 23 m).
Weiter ging’s zum Geysirfeld im Haukadalur, wo wir die „großen“ Touristenmegen genießen konnten. Was wird hier bloß in der Hauptsaison los sein, wenn es jetzt schon so voll ist? Jedenfalls ist man hier auch gerade massiv dabei, die Parkplätze zu erweitern, neue Wege zwischen den Geysiren anzulegen etc.
Aus einiger Entfernung ist das Geothermalgebiet Haukadalur schon an den Dampfsäulen erkennbar
Bei den Geysiren gibt es nur noch einen, den Strokkur, der regelmäßig ausbricht – aktuell etwa alle 6 Minuten in eine Höhe von 25 bis 35 m. Es ist wirklich spannend, vor dem Strokkur zu stehen und zu raten, wann er ausbricht. Welche der großen Blubberblasen oder „Rülpser“ im Geysir kündigen jetzt direkt einen Ausbruch an?
Einer der kleineren Ausbrüche des Strokkur.
Schon beeindruckend zu sehen, wie sich da riesige Luftblasen im Wasser bilden und dann plötzlich schießt die Fontäne kochenden Wassers in die Luft …
Die Heißwasserquelle Blesi im Vordergrund und der Ausbruch des Strokkur im Hintergrund
Wir sind im Haukadalur noch ein wenig zu den anderen Becken gelaufen – der Blesi beispielsweise ist eine Heißwasserquelle und kocht dauerhaft und blubbert heftig, während der „Große Geysir“, der dieser Art von Springquellen den Namen gab, nur noch sehr selten und unregelmäßig bis zu 10 m hoch ausbricht.
Vom kleinen oberhalb liegenden Gipfel hatten wir eine schöne Aussicht rundum und insbesondere auf das Geothermalgebiet.
Nach dem kleinen Rundgang über den kleinen Gipfel und den angrenzenden ehemaligen Campingplatz (wir der wieder geöffnet? Keinerlei Hinweise darauf. Toiletten geöffnet, quer über die Zufahrt liegen zugesägte Baumstämme) waren wir wieder beim Parkplatz und haben uns auf die Weiterreise gemacht.
Im Þingvellir-Nationalpark
Etwa 50 Minuten später kamen wir dann bei unserem heutigen Campingplatz an: dem Nyrðri-Leirar Campingplatz im Þingvellir National Park. Dieser Platz ist wegen der starken Niederschläge in den letzten Wochen nur teilweise geöffnet: Lediglich auf den geschotterten Wegen dürfen Fahrzeuge gestellt werden – die Wiesen dürfen lediglich für Zelte genutzt werden. Wie gut, dass wir so früh da sind und noch zwei geeignete Plätze für unsere großen Fahrzeuge finden. Der Platz wird im Verlauf des Abends doch arg voll.
Der Rasenbereich der Campingplätze wird noch anderweitig bevölkert …
Wir haben uns dann zu Fuß auf den Weg gemacht, die wichtigsten Punkte des Parks zu erkunden. Hier am Thingplatz haben schon die norwegischen Wikinger um 930 herum begonnen, jährliche Versammlungen abzuhalten und gesetzgeberische und gerichtliche Entscheidungen zu treffen. Ebenfalls hier wurde 1944 die Republik Island aufgerufen und 1994 die Fünfzigjahrfeier zelebriert.
Thingplatz
Auf dem Weg zum Thingplatz haben wir uns die Almannagjá (Allmännerschlucht) und den Öxarárfoss angeschaut. Der Fluss Öxara fließt ein Stück durch die Schlucht und verlässt diese dann über ein paar Stromschnellen. Die deutschsprachige Wikipedia behauptet, der Wasserfall sei vermutlich künstlich angelegt worden, um die Thingstätte mit Wasser zu versorgen.
Öxarárfoss
Tatsächlich ist gerade der Flussverlauf in der Almannagjá sehr schön anzusehen, wie sich das Wasser durch die bemoosten Felsen schlängelt. Hinter dem Wasserfall sind wir dann noch zum Aussichtspunkt Hakið hochgelaufen, von dem aus sich ein schöner Blick über den See Þingvallavatn bot sowie den Fluss Öxara und ebenfalls zur Silfra-Spalte, zu der wir uns dann noch aufmachten.
Die Silfra-Spalte liegt ebenso wie die Almanngjá in der Trennungslinie der Nordamerikanischen und der Eurasischen Platte. Sie weist an beiden Enden ein weitverzweigtes Höhlensystem auf und wird vom Schmelzwasser des 50 km entfernten Langjökull-Gletschers gespeist, welches zwischen 30 und 100 Jahren für diese Strecke benötigt. Das Wasser ist dadurch sehr klar und mit 2-3 °C sehr kalt – weist aber Sichtweiten von bis zu 100 m auf.
180°-Panorama des Thingplatzes mit der isländischen Fahne (etwa Bildmitte)
Zurück auf dem Campingplatz hat uns Ulf dann hinter den Autos auf dem Grill ein superleckeres Abendessen gezaubert – wir meinten, auf dem mittlerweile gut gefüllten Platz viele neidische Blicke zu ernten.
Lecker war’s – leider ist mein Tisch für Ulfs Stuhl ein wenig hoch gewesen …
Kurz vor neun Uhr sind wir am Campingplatz in Vik aufgebrochen, um uns vor dem Supermarkt Krónan auf die Lauer zu legen. Tatsächlich waren wir die ersten im Laden, als dieser kurz nach 9 aufmachte. Jetzt noch schnell die wichtigsten Sachen eingepackt und bezahlt und dann im Sprinter im Kühlschrank verstaut.
Auf dem Weg zu den Basaltfelsen, wenige Kilometer westlich von Vik.
Um etwa 9:15 waren wir dann schon auf Tour zu den Basaltfelsen am Strand unweit von Vik. Dort haben wir wie meist an den Touristenspots per „Parka“-App unsere Parkgebühr entrichtet und sind an den Strand gelaufen. Dort hat’s am Berg direkt am Wasser eine große Ansammlung der Basaltsäulen in der schönen sechseckigen Form.
Dort haben wir uns nicht so sehr lange aufgehalten, denn so langsam müssen wir ein bisschen Strecke machen: wir wollen schließlich einmal um die Insel rum und am 4. Juni geht’s schon wieder auf die Fähre zurück nach Hause!
Also ab zum nächsten Spot des Tages – dem Wasserfall Skógafoss. Dieser Wasserfall stürzt auf einer Breite von etwa 25 m ca. 60 m in die Tiefe. An diesem Wasserfall kann man durch das sehr flache Wasser weit nach vorn gehen – wird allerdings durch die viele Gischt recht nass. Wir blieben in sicherem Abstand und gingen dann noch zum oberen Aussichtspunkt. Zum Schutz der empfindlichen Flora sind hier die Fußpfade gesperrt und durch eine Treppenkonstruktion ersetzt worden – also ging es die 60 m über Treppen bergauf. Die kleine Anstrengung hat sich gelohnt – auch von oben ein toller Blick auf den Wasserfall!
Vom Parkplatz aus sind wir die 200 m die Straße zurück zu „Mia’s Country Van“ gelaufen, wo wir uns Fish & Chips bestellten. Ulf und ich haben die Autos geholt, da das Essen frisch gemacht wurde und wir dafür somit genug Zeit hatten.
Fish & Chips
Lecker war’s – verschiedene selbstgemachte Gewürz-Salze für die Kartoffeln, verschiedene Dips – klasse! Und lecker war’s obendrein.
Auf dem Weg zum Selljalandsfoss
Weiter ging es zum nächsten Wasserfall des Tages, dem Seljalandsfoss – dachten wir. Wie üblich Parkgebühren zahlen und dann Wasserfall erkunden. Doch was sehen die müden Augen im Augenwinkel? Da ist mehr als der Seljalandsfoss!
Seljalandsfoss – nett hier
Im Abstand von jeweils weniger als 200 m finden sich noch zwei weitere Wasserfälle – aber warum gehen viele Touristen noch weiter? Richtig: keine 200 m weiter verborgen in einem Felseinschnitt findet sich der Gljufrabui – ein Wasserfall in einer sehr kurzen und begehbaren Schlucht. Der bisher beeindruckendste Wasserfall in Island aufgrund der ganz eigenen Stimmung in dieser Schlucht, dem Wassernebel, der moosbewachsenen Felswände – einfach toll. Ein wenig nass sind wir aufgrund des Wassernebels in der Schlucht geworden – Angela und Ulf waren so schlau, ihre Ponchos mitzunehmen. Ich hatte mir ebenso einen extra für die Reise gekauft, aber der blieb gut und originalverpackt im Sprinter.
Vom Gljufrabui dort gingen wir dann wieder in Richtung Parkplatz und dort zum Seljalandsfoss, den man dank der großen Auswaschungen im Fels komplett umlaufen kann. Hier stellte sich mein Poncho-Verzicht als wenig geschickt heraus, aber das gröbste Wasser hat meine Skijacke abgehalten. Mal ein ganz anderer Anblick, durch einen Wasserfall hindurch die Landschaft davor zu betrachten. Nass aber glücklich, diesen Touristen-HotSpot mitgenommen zu haben, gingen wir zurück zu den Sprintern, um uns trockenzulegen.
Skógafoss
Weiter ging’s dann in Richtung „Golden Circle“ – die drei „wichtigsten“ Sehenswürdigkeiten Islands in einem Tagestrip von der Hauptstadt Reykjavik aus. Da die Campingplätze im „Golden Circle“ nicht erkennbar geöffnet waren (Webseiten nicht mehr vorhanden, laut Park4Night geschlossen etc.) sind wir auf Nummer sicher gegangen und haben den Campingplatz in Fludir angesteuert.
Der Mann an der Rezeption hat wohl mitbekommen, dass wir unsicher waren, ob wir bleiben sollen, denn sonderlich angetan vom Platz waren wir nicht: Die verfügbaren Stellplätze sehr dicht an der Landstraße, keine Küche, kein Aufenthaltsraum. Als wir uns dann doch entschieden zu bleiben, hat er uns allen den Rentner-Discount gegeben, so dass wir wenigstens vergleichsweise günstig übernachten konnten.
Nach dem Abendessen ging es dann recht schnell íns Bett.
Aufgewacht bin ich, weil es recht warm wurde im Bett. Die Sonne hat offensichtlich den Weg zu meinem Auto gefunden. Als ich nach der Dusche aus dem Sprinter krabbelte, saßen Angela und Ulf schon draußen in der Sonne hinter ihrem Auto und haben Wetter und Umgebung genossen.
Etwa um 9:00 starteten wir unsere Reise an diesem Tag und fuhren die Ringstraße weiter gen Westen. Nach nur wenigen Kilometern Fahrtstrecke hielten wir am Canyon Fjaðrárgljúfur an und sind dort die drei Aussichtspunkte abgelaufen bis zu dem am Wasserfall Mögárfoss.
Was für eine unglaublich beeindruckende Landschaft!
Auf dem weiteren Weg über die Ringstraße haben wir unsere Frühstückspause auf halbem Weg durch den Mýrdalssandur an einem Parkplatz eingenommen. Die Ringstraße durchquert den Mýrdalssandur auf einer Länge von 25 km. Es handelt sich um ein riesiges Gebiet, welches hauptsächlich aus Sand und Gestein besteht, welches vom Gletscherabfluss zurückbleibt. Wie riesig muss der Gletscher früher mal gewesen sein, wenn diese gigantische Fläche nun die „Rückstände“ davon sind?!
Weiter ging es zum Hjorleifshofoi, wo wir einen ausgedehnten Spaziergang um die Südostecke dieses beeindruckenden Inselbergs machten und dabei die Gígjagjá-Höhle in Augenschein nehmen konnten. Auch der Hjorleifshofoi befindet sich noch im Gebiet des Mýrdalssandur und war wohl Drehort des Star-Wars-Spin-Offs „Rogue One“.
Weiter geht’s zur kurzen Etappe nach Vík í Mýrdal, wo wir uns auf den örtlichen Campingplatz verfrachteten. Wir sind zunächst kurz in den nahegelegenen Supermarkt einkaufen gegangen und haben uns dann in der schönen Küche/Aufenthaltsraum des Campingplatzes Abendessen von Ulf zubereiten lassen.
Felsformationen südwestlich von Vík í Mýrdal
Eine Maschine Wäsche wurde gewaschen und dann haben wir noch ein wenig in meinem Sprinter gesessen und die nächsten Tage besprochen. Dann ging’s ins Bett.
Um etwa 9 Uhr haben wir den Campingplatz verlassen, nachdem wir schon einmal den Proviant für unsere Wanderung vorbereitet hatten.
Die erste Fahrt des Tages war mit knapp 10 km recht kurz – bis wir am Skaftafell Besucherzentrum die Vans abgestellt haben und uns dann die Rucksäcke schnappten und losliefen.
Magnúsarfoss
Auf gut ausgebauten Wegen ging es den Weg steil bergauf Richtung Svartifoss. Dort angekommen bewunderten wir den Wasserfall und die Basaltsäulen – die aber auf den Fotos beeindruckender wirkten als in Realität. Es war schön da, aber ein bisschen zu voll von Touristen.
Wir haben dann nicht den direkten Weg zurück zum Besucherzentrum eingeschlagen sondern sind im Uhrzeigersinn zum Aussichtspunkt Sjónarnípa zur Gletscherzunge des Skaftafellsjökull gegangen. Große Teile des Weges waren ausgesetzt und das Gehen war erschwert durch den extrem starken und kalten Wind, der vom Gletscher herunter wehte.
Svartifoss SloMo
Die Aussicht auf Gletschersee und den Gletscher entschädigte für alles. Wir haben uns dort im Windschatten hingesetzt und unser mitgebrachtes Frühstück verzehrt. Gerade rechtzeitig waren wir damit fertig, als eine Schulklasse vorbeikam und wir uns wieder auf den Weg in Richtung Tal aufmachten.
Der Weg dorthin war recht steil aber gut ausgebaut und teils mit Holzbohlen, Treppen usw. gesichert. Wieder im Tal habe ich mich erstmal wieder trocken gelegt – die dicken Klamotten gegen Kälte und Wind in Verbindung mit körperlicher Anstrengung sorgten für ein nasses T-Shirt. Angela und Ulf tranken einen Kaffee, während ich mich umzog.
Dann ging es weiter gegen noch stärkeren Wind in Richtung Gletschersee. Heftig, wie wir uns teilweise gegen den Wind stemmen mussten, um vorwärts zu kommen – auch das Atmen war teilweise etwas beschwerlich. Nach einer knappen halben Stunde waren wir am Gletschersee angekommen. Allerdings war es zum Teil zu heftig, wie viel Sand durch die Luft geschleudert wurde, so dass wir uns dort nicht weiter aufhalten wollten. Nach dem Sammeln der Eindrücke von diesem kalbenden Gletscher haben wir uns auf dem kleineren Fußweg zurück zum Besucherzentrum gemacht. Der recht steile Anstieg auf den kleinen Hügel am Gletschersee ging mit dem heftigen Rückenwind fast von alleine.
Zurück bei den Sprintern machten wir uns dann recht schnell auf den Weg zum heutigen Campingplatz Kirkjubær II in Kirkjubæjarklaustur. Nachdem wir uns die schönsten Plätze gesichert haben sind wir in die Küche, wo Ulf uns aus den aufbewahrten Resten der letzten Abendessen was Leckeres zauberte.
Danach sind wir zu einem kleinen Verdauungsspaziergang in den kleinen Ort aufgebrochen. Kurz vor dem anschließenden Industriegebiet ging es rechts ab zu einer kleinen Aussicht in einem Wäldchen auf den Wasserfall Systrafoss. Die Informationstafel zeigte auf einer groben Skizze 3 Rundwege – der rote sollte etwa 3,3 km lang sein, am Wasserfall entlang führen und auf dem Rückweg am Campingplatz vorbeikommen. Also los!
Sehr spontan sind wir dann also wieder einmal einen Berg hinauf gekraxelt bis wir oben ankamen und überrascht auf einen See blickten, aus dem sich der Wasserfall speiste. Ein beeindruckender Anblick – und wieder einmal heftiger Wind hier oben aus dem Plateau.
Wie geht das eigentlich, dass der Wind heftig aus westlicher Richtung bläst und wir uns dann auf dem Abstieg vom Plateau gegen aus dem Tal blasenden Wind aus Ost-Nordost stemmen müssen? Der Abendspaziergang uferte damit etwas aus, aber es hatte sich mehr als gelohnt.
Danach haben wir uns in meinem Sprinter noch ein wenig zusammengesetzt, einen Grappa getrunken und eine Runde „Tutto“ gewürfelt. Danach wie üblich: Tagebuch schreiben und danach irgendwann schlafen gehen.
Nach einer relativ ruhigen Nacht bin ich aufgewacht und habe das mittelprächtige Wetter mit Sorge gesehen. Tief hängende Wolken, irgendwie sah es nach Regen aus. Dabei wollen wir doch heute Richtung „Diamond Beach“ – da wäre ein bisschen Licht ganz schön!
Welch ein Wolkengebilde vor der Gletscherzunge des Vatnajökull.
Wir sind wir losgezogen und nach dem Entsorgen des Grauwassers und Auffüllen des Frischwassers zunächst zum Netto gefahren, um die letzten Zutaten für unser Abendessen zu kaufen. Dann ging es wieder auf die Ringstraße Nr. 1.
Eine Gletscherzunge des Vatnajökull
Nach etwa 30 Minuten Fahrzeit haben wir den ersten kurzen Fotostopp am Ende einer der einspurigen Brücken eingelegt. Dort haben wir in der Ferne die erste Gletscherzunge des Tages fotografiert.
Kurz vor dem Diamond Beach scheint sich das Wetter zu bessern.
Um Viertel vor Zwölf haben wir den Parkplatz am „Diamond Beach“ angesteuert. Von dort aus sind wir unter der Brücke der Ringstraße hindurch die paar Meter zur Gletscherlagune gelaufen. Sagenhaft, diese Lagune voller kleiner und größerer Eisberge! Es schien nach Flut, jedenfalls drückte eine Menge Wasser durch den kurzen Kanal in die Lagune und brachte ein paar der kleineren Eisschollen zum Tanzen.
Wirklich beeindruckend diese riesige Ausdehnung des Gletschers mit den vielen Gletscherzungen und insbesondere diese hier, die direkt in dieser Lagune endet. Wir konnten hier noch einige Robben beobachten und sind dann wieder zurück zu den Sprintern gelaufen.
Blick über die Gletscher-Lagune auf den Breiðamerkurjökull, eine große Gletscherzunge des Vatnajökull
Dort haben wir dann Frühstück bereitet und eingepackt. Damit sind wir dann in Richtung Strand gelaufen und haben uns dort auf einem dicken Baumstamm niedergelassen, um die Brote zu essen. Auch der schwarze Sand ist beeindruckend – wenn er auch bei weitem nicht so fein ist wie gestern in Stokkanes.
An der Wasserlinie gab es dann ein paar kleinere Eisstücke, die Namensgeber dieses Strandes sind: sie glitzern in der Sonne wie es vielleicht auch Diamanten tun würden.
Ein „Diamant“ am schwarzen Sandstrand
Um 14:30 Uhr sind wir weitergefahren und haben einen Zwischenstopp am Gletschersee Fjallsárlón gemacht. Hier ist deutlich weniger los als beim Diamond Beach und die Umgebung ist schöner. Hier ist man viel dichter am Ende der Gletscherzunge, das Wasser ist milchig blau/weiss und es liegen viel mehr Eisschollen im Wasser.
Hier setzen wir uns auf ein paar von der Sonne herrlich aufgewärmte Steine und genießen des Ausblick. Was ein perfekter Augenblick! Tolles Wetter, traumhafte Aussicht und Landschaft und ziemliche Ruhe – bis auf das dusselige Touristenpärchen, welches trotz Drohnenverbot ihre FPV-Drohne über Gletschersee und Gletscher surren ließen. Warum nur?!
Weiter ging es dann zum Campingplatz Svínafell, wo wir natürlich zuerst die falsche Abzweigung genommen und nach 1 km Schotterpiste auf Privatgrund landeten. Also wieder gedreht und etwa zwei Kilometer weiter auf der Ringstraße die richtige Abzweigung zum Campingplatz genommen.
Ziemlich abschüssig, der Platz in Svinafell
Dort angekommen waren wir für heute tatsächlich die ersten auf dem Platz und haben uns geeignete Stellplätze in der Nähe des Gemeinschaftsgebäudes mit der Küche gesucht. Dort hat Ulf dann eine leckere Linsensuppe mit Kartoffeln, Karotten und Speck gekocht, von der wir das Meiste vor Ort verzehrt haben.
Dann haben wir noch ein bisschen den morgigen Tag geplant und dann ging’s nach einem Gin Tonic in meinem Sprinter ab ins Bett – bzw. an den „Schreibtisch“ zum Schreiben des Reiseberichtes von heute.
Gegen 6 Uhr wurde ich von einem leichten Schaukeln geweckt – tatsächlich rüttelte der Wind heftig am Sprinter. Zu früh zum Aufstehen, daher habe ich noch ein bisschen gelesen. Dann habe ich schnell Haare gewaschen und mir eine heiße Schokolade mit Sahne und Schokostreuseln gemacht.
eine der längeren einspurigen Brücken in Island
Um kurz nach 10 ging es los und wir sind wieder auf die Ringstraße in Richtung Höfn eingebogen. Nach etwa 15 Minuten Fahrzeit sind wir am roten Stuhl angekommen, der da in der Landschaft steht. So spannend fanden wir es nicht, also weiter auf der Straße für wenige 100 m bis zu einem nicht näher bezeichneten Parkplatz auf der rechten Seite.
Suchbild: Der rote Stuhl
Dort sind wir dann in den Taleinschnitt entlang des Trampelpfades gelaufen hin zum ersten kleinen Wasserfall, der früher auch ein kleines Wasserkraftwerk beherbergte. Wenig spannend. Weiter ging’s den Weg in das Tal entlang des Baches. Ein paar Minuten weiter kamen wir zum nächsten kleinen Wasserfall – nicht sonderlich spektakulär, aber schön.
Wie schaut das denn aus? Kommt man da auch an das untere Ende des Falls? Wir sind wieder ein Stück den Bach hinab gelaufen und siehe da, da geht ein kleiner Pfad direkt ans Ufer und dort am Bach entlang. Um eine kleine Kurve ging es dann noch zum Fall und siehe da: der Bach hatte offensichtlich mal einen komplett anderen Verlauf, denn seitlich des Falls war der Fels stark ausgewaschen und bildete eine riesige und beeindruckende „Höhle“.
Zurück an den Autos sind wir dann wieder zurück auf die Ringstraße eingebogen und einige Kilometer weiter bis zur Südostecke vor Höfn nach Stokksnes auf die private Piste zum „Viking Café“ abgebogen. Dies ist eine ziemliche Rüttel-/Wellblechpiste, auf der wir lernten, dass Geschwindigkeit alles ist. bis 30 km/h zerlegt sich gefühlt das Auto, ab etwa 47 km/h wird es schon fast erträglich. Wie gut, dass die BF Goodrich AT-Reifen aufgezogen sind, die solche Bedingungen gut wegstecken.
Das „Wikingerdorf“
Am Café angekommen erfuhren wir, dass eine Besichtigung des Bereiches umgerechnet etwa 7 € pro Person kostet – unabhängig von Einfahrt mit Fahrzeug oder Wanderung zu Fuß. Wir haben die Eintrittskarten gekauft und sind auf den ersten Parkplatz am Wikingerdorf gefahren. Dort sind wir zunächst zum Wikingerdorf gelaufen und dort durchgelaufen. Wir haben es nicht verstanden – es soll wohl als eine Filmkulisse von Witcher aufgebaut worden sein.
Leider gibt es keinerlei Erläuterungen vor Ort. Daher haben wir uns da nicht lange aufgehalten und sind dann weiter in Richtung Atlantik gelaufen. Dort gibt es eine Radarstation der Nato (H-3 Stoksnes), die von der Isländischen Küstenwache betrieben wird.
Der Weg über den Damm geht teilweise über sehr feinen anthrazitfarbenen Sand – ein sehr besonderes Erlebnis! Das Gelände der Radarstation darf nicht betreten werden. Sehr seltsam, dass etwa 20 m neben der Schranke und den vielen Verbotsschildern eine Holztreppe über den Zaun führt und innerhalb des Zauns der Weg bis zur Küste entlangführt.
Robben-Suchbild
An der Küste haben wir die vorgelagerten Inseln mit den Ferngläsern abgesucht und waren fündig: Robben! Auf den Fotos leider nicht zu erkennen, da zu weit weg, aber schön, sie durch’s Fernglas beobachten zu können.
Sprinter-Suchbild
Dann sind wir zurück zu den Autos und sind nach Höfn weitergefahren. Dort waren wir kurz tanken und sind dann auf den Campingplatz gefahren. Wir haben dort eine Sprinter-Reihe aufgemacht 🙂
Campingplatz Höfn
Einen kleinen Einkauf für unser Abendessen haben wir zu Fuß zum 800 m entfernten Netto erledigt. Tiefgefrorenes Gemüse und frischer Fisch wurde gekauft und dann in der sogenannten Küche des Campingplatzes zubereitet. Mit unseren beiden mitgebrachten Induktionskochplatten. Wieso nennen die das „Küche“, wenn da nur Toaster, Wasserkocher und Mikrowelle und nicht mal ein Kochfeld stehen?
Nach dem leckeren Abendessen haben Angela und Ulf die Duschen aufgesucht – ich verschiebe dies auf morgen und schreibe lieber diesen Reisebericht. Gute Nacht 🙂